Peugeot-Aufsichtsrat: Die Türen stehen für Dongfeng offen

Peugeot-Aufsichtsrat
Die Türen stehen für Dongfeng offen

Frankreichs größter Autobauer Peugeot braucht dringend frisches Geld. Der Aufsichtsrat des kriselnden Unternehmens hat endgültig für den Kapitaleinstieg von Dongfeng und des französischen Staats gestimmt.
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ParisDer Aufsichtsrat des kriselnden Autobauers PSA Peugeot Citroën hat endgültig für einen Kapitaleinstieg des chinesischen Konzerns Dongfeng und des französischen Staats gestimmt. Bei einer Sitzung in Paris machte das Gremium am Dienstag den Weg für eine Kapitalerhöhung von insgesamt drei Milliarden Euro frei, wie aus informierten Kreisen in Paris verlautete. Frankreichs größter Autobauer braucht dringend frisches Kapital.

„Die Sitzung des Aufsichtsrats ist beendet, und alle Operationen wurden bestätigt“, verlautete aus den informierten Kreisen. Der französische Staat und Dongfeng sollen demnach mit jeweils 800 Millionen Euro einsteigen und damit künftig jeweils 14 Prozent der PSA-Anteile halten.

Der Einfluss der Familie Peugeot in dem Konzern wird sinken: Sie wird künftig ebenfalls nur 14 Prozent der PSA-Anteile halten, bislang waren es 25,4 Prozent. Die Familie verliert auch ihre doppelten Stimmrechte, mit denen sie bislang sogar 38,1 Prozent der Stimmrechte hielt. Ob Thierry Peugeot weiterhin an der Spitze des Aufsichtsrats bleiben wird, wurde am Dienstag nicht entschieden. Berichten zufolge könnte er den Posten bald räumen müssen.

PSA will die Beschlüsse des Aufsichtsrats am Mittwochmorgen offiziell bekanntgeben, zusammen mit den Geschäftszahlen des vergangenen Jahres. Eine endgültige Vereinbarung könnte Ende März unterzeichnet werden, wenn Chinas Staatschef Xi Jinping nach Frankreich kommt.

Allerdings zeichnet sich schon vor dem Eigentümerwechsel ein erster Konflikt ab. Der französische Staat will den ihm getreuen ehemaligen EADS-Chef Louis Gallois zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden küren. Dongfeng unterstützt das nicht und will stattdessen einen unabhängigen Chefaufseher einsetzen.

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  • Irrtum, es ist kein französisches Phänomen. Europa hat abgewirtschaftet. Optik, Foto, Uhren, Kopierer, Bildschirme, Mobiltelefone, Fernseher, Computer, Küchengeräte, Speicherchips kommen schon aus Asien. Bald werden es auch Auto, Eisenbahnen, Lastkraftwagen, Flugzeuge, Druckmaschinen, Industrieroboter etc. sein. Eine total verblödete europäische Pseudo-Elite hat für den kurzfristigen Profit unsere wirtschaftliche Zukunft nach Asien, BRIC, Japan etc. verkauft. Der Prozess begann Anfang der 70er Jahre, findet heute seinen Höhepunkt und nun kommen die Emerging Markets nach Europa und kaufen die Mutterkonzerne auf. Wird in Deutschland auch passieren. Europa hat keinen Computer- und Mobilhersteller mehr. Die Betriebssysteme, ob für Mobiles oder Desktop, kommen aus den USA. Da braucht es auch keine Industriespionage mehr. Selbst die deutsche Regierung wird vollständig abgehört und kann noch nicht mal etwas dagegen unternehmen. Erbärmlich!!

  • Schön, nachdem wir unsere Wohnungen mit preiswerter Elektronik vollgestellt haben und mit asiatischen Autos zu unseren sicheren Arbeitsplätzen fahren, dürfen unsere Kinder die Produkte nicht nur kaufen und nutzen, sondern endlich auch zusammenschrauben. Einfach herrlich!!

  • Frankreich hat abgewirtschaftet, Peugeot ist nur der Anfang. Warum? Inzestöses und mafiöses Elitentum aus denselben wenigen Ecoles, Bürokraten so weit das Auge reicht und Massen, die für die dümmsten kurzfristigen Ergebnisse randalieren und/oder Vorgesetzte ihrer Freiheit berauben.

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