Peugeot

Autobauer verdoppelt Gewinn

Dank der Erholung des europäischen Automarkts verdoppelt Peugeot seinen Nettogewinn. Dabei versuchen die Franzosen ihre Abhängigkeit von Europa zu verringern. Doch China bereitet Peugeot Probleme.
Update: 27.07.2016 - 11:22 Uhr
Der französische Autobauer verdoppelt seinen Gewinn. Quelle: Reuters
Peugeot

Der französische Autobauer verdoppelt seinen Gewinn.

(Foto: Reuters)

ParisAn der Pariser Börse verteuerten sich Peugeot-Aktien um 8,5 Prozent. "Dies sind sehr starke Zahlen", sagte Branchenkenner Arndt Ellinghorst vom Analysehaus Evercore ISI. Vorstandschef Carlos Tavares mache klare Fortschritte beim Umbau des Pariser Konzerns.

Peugeot konnte am Markt höhere Preise durchsetzen. In der Autosparte kam die Gruppe, zu der auch die Marken Citroen und DS gehören, operativ auf eine Gewinnmarge von 6,8 (Vorjahr: fünf) Prozent, so viel wie noch nie. In der Branche liegt Peugeot damit im Mittelfeld. Toyota ist das Maß aller Dinge bei den Massenherstellern. Die Japaner schaffen immer wieder Margen von zehn Prozent oder sogar mehr und liegen damit auf dem Niveau der Premiumhersteller. Europas Branchenprimus Volkswagen kann da nicht ansatzweise mithalten, holt aber zumindest langsam auf.

2014 war Peugeot beinahe kollabiert und musste mit Staatshilfen gerettet werden. Seitdem versuchen die Franzosen, ihre Abhängigkeit vom damals schwächelnden europäischen Markt zu verringern. Jetzt kämpft das Unternehmen aber mit Problemen in China. Im ersten Halbjahr musste Peugeot sogar den Erzrivalen Renault beim Absatz vorbeiziehen lassen, weil die eigenen Verkäufe in China um fast ein Fünftel einbrachen. Peugeot reagiert darauf mit Kostensenkungen in der Volksrepublik. Auch im gesamten Konzern stehen die Zeichen weiter auf Sparen. Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon sagte, dieses Jahr zusätzlich 200 Millionen Euro einsparen zu wollen.

Der Peugeot-Konzernumsatz gab um knapp ein Prozent auf 27,78 Milliarden Euro nach. Hier wirkten sich vor allem Währungseffekte negativ aus. Ähnliches bekam der japanische Rivale Nissan zu spüren. Wegen der Yen-Aufwertung ging dort der Betriebsgewinn im abgelaufenen Quartal um gut neun Prozent auf umgerechnet 1,52 Milliarden Euro zurück - das erste Minus seit fünf Quartalen.

Die profitabelsten Autobauer im ersten Halbjahr
Platz 6: Volkswagen
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Absolute Umsatz- und Absatzzahlen sind eine Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit eines Autobauers zu bewerten. Da steht der Volkswagen-Konzern bestens da, etwa mit einem geschätzten Absatz von 5,04 Millionen Fahrzeugen im ersten Halbjahr. Auf diese Zahl kommt zumindest das Center of Automotive Management (CAM) der Hochschule Bergisch-Gladbach. Die andere Möglichkeit ist die finanzielle Performance, sprich welcher operative Gewinn aus dem Umsatz erzielt wird. Und da schneiden die Wolfsburger mit einer EBIT-Marge von 4,8 Prozent nur unterdurchschnittlich ab. War der Konzern im ersten Halbjahr 2015 mit einer Rendite von 6,3 Prozent bereits einer der Low Performer unter den größten Autobauern der Welt, wurde der Abstand wegen der Rückstellungen im Abgasskandal nochmals größer.

Platz 5: Hyundai
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Nach Jahren des extremen Wachstums setzt bei Hyundai-Kia eine Phase der Konsolidierung ein. Mit 3,85 Millionen Fahrzeugen zwischen Januar und Juni bleiben die Koreaner rund zwei Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Auch bei der operativen Rendite ging es um 0,2 Prozentpunkte auf geschätzte 6,5 Prozent nach unten. Wie man den leichten Abwärtstrend stoppen will, dürfte dem ein oder anderen Manager in Korea noch Kopfschmerzen bereiten.

Platz 4: Daimler
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Im vergangenen Jahr war Daimler mit einer EBIT-Marge von 9,2 Prozent einer der profitabelsten Autobauer. Auch dieses Jahr läuft es für die Stuttgarter gut, alleine im zweiten Quartal verdiente Daimler rund vier Milliarden Euro. Auf der anderen Seite belasten hohe Kosten für die Markteinführung der neuen E-Klasse (im Bild), die Milliarden-Strafe wegen des Lkw-Kartells und das anhaltend schwache Nutzfahrzeug-Geschäft in Südamerika den Konzern. Im ersten Halbjahr sank die operative Rendite deshalb auf 7,3 Prozent. Für das zweite Halbjahr ist Besserung in Sicht: Einmaleffekte wie die Lkw-Strafe sind dann verbucht und der Umsatzbringer E-Klasse ist auf dem Markt. Und nicht zuletzt gehen die CAM-Experten davon aus, dass Daimler (mit Mercedes-Benz Cars und der Van-Sparte) mit 1,22 Millionen Fahrzeugen Dauer-Konkurrent BMW beim Absatz überholt hat.

Platz 3: General Motors
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Mit zuletzt 4,77 Millionen Fahrzeugen in sechs Monaten hat General Motors leicht den Anschluss an Toyota und VW verloren, die in der CAM-Statistik bei rund fünf Millionen Fahrzeugen liegen. Dennoch müssen die Manager in Detroit nicht die Köpfe hängen lassen, denn die Opel-Mutter verdient jetzt besser: Lag man bei der EBIT-Marge im ersten Halbjahr 2015 noch mit 6,7 Prozent auf dem Niveau von Hyundai und VW, bleiben jetzt 8,3 Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn im Unternehmen hängen.

Platz 2: Toyota
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Beim Absatz liegen laut den vom CAM geschätzten Werten gerade einmal 50.000 Autos zwischen VW und Toyota – 5,04 Millionen in Wolfsburg zu 4,99 Millionen in Toyota City. Bei der EBIT-Marge liegen jedoch Welten zwischen den beiden Branchengrößen: Wo VW nicht nur wegen des Abgasskandals deutlich einstellige Ergebnisse erzielt, kommt Toyota nach 9,9 Prozent im Vorjahreszeitraum jetzt auf 10,0 Prozent. Kernstück des Erfolgs ist die schlanke Produktion der Japaner: Um fünf Millionen Autos zu bauen benötigt Volkswagen rund 600.000 Mitarbeiter – Toyota nur 340.000.

Platz 1: BMW
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Noch profitabler als Toyota ist nur BMW. Das Konzern-EBIT liegt nach den Berechnungen des CAM bei 11,5 Prozent des Umsatzes. Das wären nochmals 0,2 Prozentpunkte mehr als im ersten Halbjahr 2015. "Insgesamt ist das 1. Halbjahr 2016 für die globalen Automobilhersteller aufgrund der wachsenden Kernmärkte China, USA und Europa bislang zwar gut verlaufen", sagt Studienleiter Stefan Bratzel. "In der zweiten Jahreshälfte mehren sich jedoch die Anzeichen für ein sich abschwächendes Wachstums."

  • rtr
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