Industrie
Peugeot und Mitsubishi setzen auf Elektroautos

Europäische und japanische Autohersteller wollen ein Elektroauto entwickeln. Gemeinsam! Die beiden Unternehmen Peugeot Citroën und Mitsubishi stehen schon in den Startlöchern. Eine Zusammenarbeit könnte die Branche revolutionieren.

PARIS/TOKIO. Peugeot Citroën (PSA), der zweitgrößte Autohersteller Europas, und der japanische Autokonzern Mitsubishi wollen gemeinsam ein Elektroauto entwickeln. Eine Machbarkeitsstudie für eine technische Zusammenarbeit sei gestartet, teilten die Unternehmen mit. Entwicklung, Produktion und die Nutzung eines Elektroantriebes sollen geprüft werden. Konkret geht es um die Entwicklung von Lithium-Ionen-Akkus, Motoren und Ladegeräten.

PSA plant, seine Elektrofahrzeuge in zwei Jahren auf den Markt zu bringen. Die Franzosen haben schon Erfahrung mit Elektroautos. Sie hatten zwischen 1995 und 2005 ein mit Nickel-Cadmium-Akkus angetriebenes Fahrzeug hergestellt, das 10 000 Mal verkauft wurde. Damals war allerdings die Nachfrage nach alternativen Antriebsmodellen für Autos noch nicht so stark. Problem des Wagens war auch die Reichweite der Batterie von nur etwa 100 Kilometern und das Risiko einer zu starken Erhitzung. "Die Batterie ist für uns die Herausforderung bei der Konzeption eines neuen Elektrowagens", sagte ein PSA-Sprecher.

Mitsubishi bietet sich als Partner an, weil das Unternehmen ebenfalls Erfahrung mit Elektromodellen und vor allem mit geeigneten Batterien hat. Zudem besteht seit 2005 eine Partnerschaft zwischen den Konzernen. Die beiden Autohersteller haben vergangene Woche den Grundstein für ein Montagewerk in der Nähe von Moskau gelegt und bauen schon einige Autos gemeinsam, den Peugeot 4007, den Citroën C-Crosser und den Mitsubishi Outlander.

In der Welt der Autobatterien hat nun jeder nennenswerte Spieler aus der Autoindustrie einen Entwicklungspartner in der Elektronikbranche gefunden. Toyota kooperiert schon lange mit dem Elektrokonzern Panasonic und will schon 2009 seine Hybridautos mit Lithium-Ionen-Batterien ausstatten. Volkswagen hat kürzlich mit Sanyo eine Vereinbarung über die Belieferung mit Lithium-Ionen-Akkus ab einem ähnlichen Startzeitpunkt abgeschlossen. Der ehemalige Mischkonzern Sanyo hat sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr auf den Wachstumsmarkt mit aufladbaren Batterien konzentriert und investiert nun eine halbe Milliarde Euro in Lithium-Ionen-Akkus für Autos.

Nissan will zusammen mit dem Elektrokonzen NEC noch in diesem Jahr mit der Testproduktion von Lithium-Ionen-Akkus beginnen. Der deutsche Zulieferer Continental hat Berichten zufolge kürzlich 16 Prozent an dem Tokioter Batterie-Startup Enax übernommen.

Die Elektronikpartner kommen fast alle aus Asien, weil hier mit dem Erfolg der ersten Generation von Hybridfahrzeugen die Vorreiter der Technik sitzen. Europas Autohersteller haben sich mehr auf effiziente Dieselmotoren konzentriert, um kurzfristig den Verbrauch zu senken. Für die Zukunftstechnik schauen sie bereits aufs Wasserstoffauto. Hybridfahrzeuge gelten auch den Herstellern selber eher als Übergangslösung, bis eine wirklich umweltfreundliche Lösung gefunden ist - schließlich steckt im Kern immer noch ein Verbrennungsmotor. Die Hybride von Toyota sollen jedoch schon ab 2010 nachts an der Steckdose aufladbar sein, so dass sie auf kurzen Strecken gar keine Abgase mehr ausstoßen.

Anfang Juni hatte Toyota weltweit 1,5 Millionen Hybridautos des Typs Prius verkauft, der 1997 erstmals auf den Markt kam. Nach Firmenangaben haben diese Autos zusammen gerechnet sieben Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden, die beim Einsatz eines herkömmlichen Toyota-Autos in die Atmosphäre gelangt wären. Schon in den kommenden ein bis zwei Jahren will der japanische Branchenführer jährlich eine Million Hybridautos verkaufen.

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