Pfeiffer Vacuum
Busch will Showdown auf der Hauptversammlung

Die Übernahme des Maschinenbauers Pfeiffer Vacuum durch die Busch-Gruppe geht in die nächste Runde. Das letzte Angebot wurde abermals abgelehnt. Großaktionär Busch fordert eine Aussprache bei der Hauptversammlung.
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DüsseldorfAuf dem Aktionärstreffen der Pfeiffer Vacuum im Mai wird es zu einem Showdown mit Großaktionär Busch kommen. Dieser fordert eine Aussprache über seine Übernahmeofferte für den Wettbewerber, wie Busch am Dienstag mitteilte. Mit einem Anteil von knapp 30 Prozent, die das südbadische Familienunternehmen an Pfeiffer hält, dürfte die Erweiterung der Tagesordnung um diesen Punkt eine Formalie sein. „Für uns ist nicht nachvollziehbar, dass unser Übernahmeangebot nicht auf der Tagesordnung stand“, sagte Gesellschafter Sami Busch.

Die Busch-Gruppe stößt mit ihren Übernahmeplänen beim Pfeiffer-Management indes auf hartnäckigen Widerstand. Vorstand und Aufsichtsrat wiesen sowohl das erste als auch das zweite und höhere Angebot als zu niedrig zurück. Zudem fehle ein konkreter Vorschlag für eine Zusammenarbeit.

Busch bietet den Pfeiffer-Aktionären im zweiten Anlauf 110 Euro statt 96,20 Euro. Pfeiffer würde dabei mit 1,09 Milliarden Euro bewertet. Zusätzlich winkt den Aktionären noch die Dividende von 3,60 Euro je Aktie für 2016, da die Offerte erst nach dem Dividendentermin abgewickelt würde. Die im TecDax gelistete Pfeiffer-Aktie wird aktuell mit knapp 118 Euro gehandelt. Laut erster Wasserstandsmeldung wurden bis zum 19. April lediglich 150 Aktien zum Kauf angeboten, womit sich der Anteil von Busch immer noch bei 29,978 Prozent hält.

Die Aktionäre haben aber noch bis zum 1. Juni Zeit, ihre Papiere zum Kauf anzudienen, was sie in der Regel auch erst kurz vor Toresschluss machen. Reißt Busch die 30-Prozent-Hürde, kann das Unternehmen ohne neues Angebot weiter zukaufen.

Busch will auf der Hauptversammlung neben der Übernahmeofferte auch über den seit 16 Jahren amtierenden Aufsichtsratschef Michael Oltmanns diskutieren. Er werde daher die Einzelentlastung von Vorstand und Aufsichtsrat beantragen, so Busch. „Wir erhoffen uns als größter Aktionär von diesem Verfahren eine transparente und sachdienliche Diskussion unter anderem über die bereits von einigen wesentlichen Stimmrechtsberatern öffentlich hervorgebrachte Kritik, zum Beispiel an der fehlenden Unabhängigkeit des Aufsichtsratsvorsitzenden, Herrn Dr. Oltmanns, sowie an dessen Funktionsausübung.“ So habe etwa dessen Kanzlei die kartellrechtliche Stellungnahme für Pfeiffer erarbeitet, was als Interessenverquickung betrachtet werden könnte. Busch beansprucht in den Angebotsunterlagen den Chefposten im Kontrollgremium für ein Mitglied seiner Familie.

Pfeiffer-Chef Manfred Bender wies den Vorwurf der Befangenheit Oltmanns' zurück. „Das ist inhaltlich nicht nachvollziehbar“, sagte er in einem Reuters-Interview. Bender erklärte zudem, das Management sei nach wie vor gesprächsbereit. Es habe bereits Treffen mit Busch-Vertretern gegeben. Die seien aber ohne Ergebnis geblieben. „Wir warten jetzt die Hauptversammlung ab und sehen dann weiter“, so Bender.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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