Pflanzenschutz
Krise bremst den Aufstieg der Agrochemie

Das Pflanzenschutz-Geschäft von BASF und Bayer wächst - auch in der Krise. Dank erfolgreicher Preiserhöhungen kann die Agrochemie bisher weiter Rekordergebnisse vermelden und bleibt eine solide Ertragssäule der Chemiekonzerne. Doch die Luft für weitere Gewinnzuwächse wird dünner.

FRANKFURT/LEVERKUSEN. Die Zeiten des ungebremsten Wachstums sind für das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln vorbei. Nach dem Boom in den vergangenen beiden Jahren trüben sich auch in diesem hochprofitablen Bereich die Rahmenbedingungen etwas ein. Das sagten gestern Manager von Bayer und BASF.

Auf einen guten Verlauf im ersten Halbjahr sei ein eher verhaltener Start in das dritte Quartal gefolgt, sagte Friedrich Berschauer, der Chef der Bayer CropScience AG, die das Pflanzenschutz- und Saatgutgeschäft von Bayer betreibt. Das Ziel einer bereinigten Ebitda-Marge von 25 Prozent betrachte man daher als „ambitioniert“.

BASF-Manager Markus Heldt, der das Pflanzenschutzgeschäft des Ludwigshafener Konzerns leitet, kündigte für 2009 zwar ein neues Rekordergebnis in der Sparte an und bekräftigte zugleich das Ziel einer Ebitda-Marge von mehr als 25 Prozent. Allerdings verwies auch Heldt darauf, dass Landwirte inzwischen etwas vorsichtiger in den Pflanzenschutz investierten.

Beide Konzerne hatten für das erste Halbjahr noch Gewinnzuwächse in dem Bereich ausgewiesen, BASF sogar ein zweistelliges Plus. Das Agrochemie-Geschäft erwies sich damit als eines der ganz wenigen Branchensegmente, das die Konjunkturkrise nicht erfasste.

Saisonbedingt konzentrieren sich Erträge dabei jeweils auf das erste Halbjahr, während im dritten und vierten Quartal deutlich weniger verdient wird. Diese natürliche Schwankung dürfte 2009 besonders stark ausfallen. Hintergrund ist vor allem eine Trendwende auf den Agrarmärkten, wo nach dem Boom des Jahres 2008 die Preise, und damit auch die Einkommen der Landwirte, inzwischen wieder deutlich sinken. Bayer verweist zudem auf ungünstige Witterungseinflüsse in Europa und Indien sowie einen späten Saisonbeginn in Argentinien.

Der Agrarboom der vergangenen beiden Jahre hatte den Agrochemie-Konzernen fast durchweg kräftige Umsatz- und Ertragssteigerungen beschert. 2008 expandierte der Welt-Pflanzenschutzmarkt nach Daten des Industrieverbands Agrar um rund ein Viertel auf 42 Mrd. Dollar.

Neben wachsenden Absatzmengen trugen dazu deutliche Preissteigerungen bei. Auch im ersten Halbjahr 2009 konnte man in dieser Hinsicht noch zulegen. Die BASF etwa verweist auf Preiserhöhungen von sieben Prozent. „Solche Steigerungen dürften im nächsten Jahr allerdings kaum durchzusetzen sein“, erwartet Agrochemie-Experte Heinz Müller von der DZ Bank.

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