Pflanzliche Medizin
Madaus-Pharma wird italienisch

Der Spezialist für pflanzliche Medizin wechselt seinen Besitzer: Das italienische Pharmaunternehmen Rottapharm will das Arzneimittelgeschäft der Kölner Madaus-Gruppe übernehmen. Für Rottapharm ist die Übernahme ein beachtlicher Expansionsschritt.

FRANKFURT/MAILAND. Madaus gehört bisher mehrheitlich zur Firmengruppe des Unternehmensberaters Walter Droege. Er hielt bereits seit mehr als zwei Jahren Ausschau nach einem Käufer oder Partner für den traditionsreichen Arzneimittelhersteller, konnte bislang aber seine Preisvorstellungen nicht durchsetzen. Unterstützt wurde er bei der Transaktion nun von Goldman Sachs und der Kanzlei Shearman & Sterling.

Madaus verbuchte nach Angaben von Droege im vergangenen Jahr einen Umsatz von 350 Mill. Euro und erzielte dabei eine deutlich zweistellige Umsatzrendite. Vom Gesamtumsatz entfallen rund 250 Mill. Euro auf das nun von Rottapharm übernommene Arzneimittelgeschäft, vorwiegend im Bereich pflanzlicher Arzneimittel. Der Kaufpreis bewegt sich nach Informationen aus Branchenkreisen bei mehr als 500 Mill. Euro oder gut dem Doppelten des Umsatzes.

Nicht mit verkauft wurde das Geschäft von Madaus mit Allergie-Tests sowie die Tochterfirma Servox, die Serviceleistungen im Gesundheitsbereich anbietet. Droege International hatte zwischen Ende 1999 und 2003 in mehreren Schritten insgesamt 91,5 Prozent der Madaus-Anteile erworben. Die restlichen Anteile befinden sich weiterhin im Besitz der Familie Madaus.

Für das 1961 gegründete italienische Pharmaunternehmen Rottapharm ist die Übernahme von Madaus ein beachtlicher Expansionsschritt. Das Privatunternehmen mit Sitz in Monza hat im vergangenen Jahr 286 Mill. Euro umgesetzt und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 89 Mill. Euro erwirtschaftet. Arznei-Mittel machen dabei zwei Drittel des Umsatzes aus. Das umsatzstarke Rheuma-Mittel Dona vertreibt das Unternehmen in 60 Ländern weltweit. Ein Drittel des Umsatzes steuern Gesundheits-Produkte bei, die vor allem in Apotheken verkauft werden. In Deutschland ist das Unternehmen bisher vor allem mit Opfermann Arzneimittel vertreten.

Mit dem Kauf von Madaus reiht sich der italienische Pharmahersteller unter die europäischen Firmen ein, die aus dem unteren Mittelfeld heraus versuchen, ein International tragfähiges Arzneimittelgeschäft aufzubauen. Ähnliche Strategien verfolgen auch die größeren italienischen Konkurrenten Menarini und Recordati.

Rottapharm wird nach eigenen Angaben künftig in 65 Ländern mit mehr als 2 000 Mitarbeitern präsent sein. In seiner neuen Struktur rechnet das Unternehmen für das laufende Jahr mit einem Umsatz von 610 Mill. Euro und einem operativen Gewinn von 151 Mill. Euro, wobei 80 Prozent des Umsatzes aus Europa kommen. Im Laufe der nächsten fünf Jahre will Rottapharm die Eine-Milliarde-Umsatz-Schwelle überschreiten und einEbitda von 300 Mill. Euro erreichen.

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