Pflaster und Folien
Tesa steigt ins Pharmageschäft ein

Klebstoff-Experte Tesa will sich in der Pharmabranche festsetzen. Ab 2012 sollen bei der Beiersdorf-Tochter arzneimittelhaltige Pflaster und Folien hergestellt werden. Ein Börsengang ist allerdings nicht geplant.
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FrankfurtDer Klebstoff-Hersteller Tesa steigt mit der Produktion arzneimittelhaltiger Pflaster und Folien ins Pharmageschäft ein. Tesa habe vergangene Woche die Zulassung zur Herstellung pharmazeutischer Produkte in Hamburg erhalten und werde dort ab dem ersten Quartal 2012 produzieren, sagte Vorstand Robert Gereke am Donnerstag auf der Pressekonferenz der Beiersdorf-Tochter in Frankfurt. „Wir treten damit in einen völlig neuen Markt ein, der überproportional wächst“, beschrieb Tesa-Chef Thomas Schlegel die Perspektiven. Er schätze das Marktvolumen weltweit auf eine Milliarde Euro. Bis 2015 wolle Tesa fünf bis zehn Prozent davon bedienen.  

Tesa macht bisher rund Dreiviertel seines Umsatzes mit Produkten vor allem für die Elektronik- und Automobilindustrie - Klebefolien halten Handys zusammen, Kotflügel am Auto und Solarzellen auf dem Dach. Gut 20 Prozent des Umsatzes kommen von Klebstoffen und -bändern für den Hausgebrauch - der legendäre tesafilm feiert in diesem Jahr sein 75. Markenjubiläum. Nun könne der Konzern sein Know-how auch für Pharmaprodukte nutzen: Bei Pflastern, die Wirkstoffe an die Haut abgeben, oder mit sogenannten „oralen Folien“, die sich im Mund ohne Zugabe von Flüssigkeit auflösen. Dabei arbeite Tesa mit Pharmakonzernen zusammen, etwa mit GlaxoSmithKline bei Herpespflastern.

In seinen angestammten Geschäften machen dem Konzern vor allem die stark gestiegenen Rohstoffpreise zu schaffen. „Das gilt für die meisten Rohstoffe, die uns betreffen, etwa Naturkautschuk, Chemikalien, Gewebe“, sagte Schlegel. Deshalb werde Tesa die Preise für seine Produkte in diesem Jahr anheben, und zwar „im Durchschnitt im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich“.  

Nach Rekorden bei Umsatz (882 Millionen Euro) und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (99,6 Millionen Euro) im vergangenen Jahr rechnet Tesa 2011 mit weiterem Wachstum, wenn auch nicht mit der gleichen Dynamik. Jedenfalls werde sich die operative Umsatzrendite, die 2010 bei 11,3 (Vorjahr: 3,9) Prozent gelegen hatte, weiter verbessern, sagte Schlegel. Wachstumstreiber seien dabei auch neue Produkte - etwa Hochleistungsklebebänder für die Industrie, Klebebänder aus Recyclingmaterial oder wasserfeste Klebehalterungen für das Bad.  

Der Frage nach einem möglichen Börsengang des Tesa-Konzerns erteilte Schlegel erneut eine Absage: „Das steht im Augenblick nicht im Raum, die Aktionäre sind glücklich.“  

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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