Pflichtangebot für Schering
Bayer nimmt zweiten Anlauf

Für den Fall, dass die bisher laufende Übernahmeofferte für Schering scheitert, bereitet Bayer ein Pflichtangebot für das Berliner Pharmaunternehmen vor. Das soll höher ausfallen. Mit der Aufstockung will Bayer das Geschäft trotz der Querschüsse von Konkurrent Merck noch in letzter Minute retten. Bayer beschreitet parallel einen zweiten Weg.

HB FRANKFURT. "Das Pflichtangebot wird 88 Euro je Aktie betragen", sagte ein Bayer-Sprecher am Mittwoch. Bis zu diesem Preis hatte Bayer am Dienstag weitere Aktien von Schering gekauft. Derzeit bietet Bayer 86 Euro je Papier, hatte sich aber bereits in den vergangenen Tagen zu höheren Preisen mit Schering-Titeln eingedeckt. Bayer wäre damit ohnehin gezwungen gewesen, allen Aktionären den höchsten am Markt bezahlten Preis zu offerieren.

Während das Darmstädter Familienunternehmen Merck seine Anteile an Schering im Laufe des Dienstags auf nunmehr 21,8 Prozent ausbauen konnte, sank der Anteil der von Bayer kontrollierten Aktien trotz Zukäufen von 61,5 auf 55,53 Prozent. Damit fehlen Merck nur noch etwas mehr als 3 Prozent, um die Schering-Übernahme durch Bayer zu verteiteln. Umgekehrt haben erneut einige Aktionäre von Schering ihre Zusage zur Andienung ihrer Anteile an Bayer wieder zurückgezogen. Fest hat Bayer an Schering nach eigenen Angaben mehr als 30 Prozent; beim Überschreiten dieser Schwelle muss ein Unternehmen ein Pflichtangebot vorlegen.

Bayer weiß um seinen schlechten Stand

Offenbar glaubt Bayer nicht mehr, bis zum Ablauf der bisherigen, 16,5 Mrd. Euro schweren Offerte am Mittwochabend die erforderlichen 75 Prozent an Schering zu sichern. "Der Weg ist hügeliger geworden, aber wir lassen unser klar gestecktes Ziel nicht aus den Augen", sagte Vorstandschef Werner Wenning am Mittwoch. "Wir wollen unsere Pharma-Aktivitäten mit denen von Schering kombinieren, damit ein deutsches Pharma-Unternehmen von Weltrang entstehen kann."

Mit dem Strategiewechsel dürfte die Übernahme für Bayer erheblich teurer werden. "Man kann davon ausgehen, dass Bayer sein Angebot erhöht", sagte ein Händler. "Das ist die einzige Möglichkeit, das Geschäft doch noch erfolgreich abzuschließen."

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