Pharamindustrie
Druck auf das Pharma-Mittelfeld wächst

In der Pharmabranche verlagert sich die Konsolidierung zusehends in das mittlere Segment. Nur wenige Monate nach der Übernahme der Berliner Schering durch Bayer wechseln nun mit Serono und Altana zwei weitere prominente Namen den Besitzer. Die Entwicklung zwingt die mittelgroßen Pharmahersteller zum Handeln.

FRANKFURT. Anders als in den vergangenen Jahren sind dabei deutsche Unternehmen wie Bayer mit Schering und die Merck KGaA mit dem Mehrheitserwerb von Serono derzeit die treibenden Kräfte in diesem Spiel. Insgesamt geht es dabei jedoch um ein globales Phänomen, wie auch die jüngsten Transaktionen in den USA und die vollzogenen Fusionen in Japan belegen.

Nach Einschätzung von Fachleuten dürfte der Trend vorerst kaum abbrechen. "Der Konsolidierungsprozess in der globalen Pharmaindustrie setzt sich in hohem Tempo fort", schrieb kürzlich die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers in einer Studie. Denn in vielen Bereichen kämpfen mittelgroße Pharmakonzerne inzwischen mit ähnlichen Herausforderungen wie "Big Pharma": drohenden Patentabläufen, Generikakonkurrenz und mangelndem Nachschub aus der eigenen Forschung.

Vor allem solche Probleme waren es zum Beispiel, die Altana, Serono, Merck, aber auch Firmen wie die kleinere britische Pharmafirma Skye dazu veranlassten, nach strategischen Alternativen zu suchen. Angesichts steigender Kosten und Risiken in der Medikamenten-Entwicklung wächst der Zwang, das gesamte Geschäft auf eine größere Basis zu stellen und stärker zu globalisieren.

Etliche mittelgroße Pharmahersteller - so insbesondere die belgischen Firmen Solvay und UCB - sind im Laufe der vergangenen beiden Jahre bereits in die Offensive gegangen. Solvay verstärkte seine Pharmasparte Mitte 2005 durch den Erwerb der französischen Fournier-Gruppe, UCB schluckte im vergangenen Jahr die bis dahin führende britische Biotechfirma Celltech. Einen ähnlichen Weg ging der britische Pharmaspezialist Shire mit dem Erwerb der US-Biotechfirma Trankaryotic Therapies, nachdem die Briten zwei Jahre zuvor bereits die kanadische Biochem Pharmaceuticals geschluckt hatten.

Viele Analysten gehen davon aus, dass der Konsolidierungsdruck anhält und weitere Hersteller ihre Strategien auf den Prüfstand stellen müssen. Zudem entsteht ein gewisser Handlungsdruck, weil sich die Zahl der interessanten Fusionspartner mit jeder Merger-Welle reduziert. "Aus Sicht der mittelgroßen Akteure wächst damit die Gefahr, dass irgendwann die Musik aufhört zu spielen und man hat keinen, mit dem man nach Hause gehen kann", sagt Christian Wenk, Pharmaexperte der Ratingagentur Standard & Poor?s.

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