Pharma
Generikariese Teva angeblich an Barr interessiert

Der weltgrößte Generikahersteller Teva aus Israel erwägt Medien zufolge die Übernahme des US-Konkurrenten Barr für mehrere Mrd. Dollar. Anleger begrüßten das Interesse.

HB TEL AVIV/FRANKFURT. Die israelischen Wirtschaftsblätter "Globes" und "The Marker" nannten in der Nacht zum Donnerstag in ihren Internetportalen unter Berufung auf nicht näher benannte Kreise einen möglichen Kaufpreis von sieben bis 7,5 Mrd. Dollar. Gegenwärtig hat Barr einen Börsenwert von 5,1 Mrd. Dollar. Damit könnte dies die teuerste Firmenübernahme für Teva werden. Bislang war das vor zwei Jahren der Kauf der US-Firma Ivax für 7,4 Mrd. Dollar.

Eine Sprecherin von Teva sagte zu den Berichten, das Unternehmen nehme zu Gerüchten keine Stellung. Eine gleichlautende Erklärung ließ Teva auch der Börse Tel Aviv zukommen. Teva hat seinen Firmensitz in Israel; die Zentrale von Barr ist in New Jersey ansässig.

Nach Einschätzung von Analysten würde Teva mit der Übernahme insbesondere in Osteuropa und Zentraleuropa stärker Fuss fassen. Barr hatte 2006 das kroatische Pharmaunternehmen Pliva geschluckt, um sich in der Wachstumsregion Osteuropa zu positionieren. Mit Barr würde Teva Analysten zufolge zudem Zugang zum Geschäft mit Verhütungsmitteln erhalten, indem das US-Unternehmen eine gute Marktstellung hat.

Teva hatte in diesem Jahr bislang deutlich kleinere Übernahmen angesteuert. So hatten die Israelis angekündigt, für rund 400 Mill. Dollar das US-Biotechunternehmen CoGenesys zu übernehmen. Zudem will Teva für rund 360 Mill. Dollar den vor allem im spanischen Generikamarkt tätigen Wettbewerber Bentley Pharmaceuticals erwerben. Zum Ende des ersten Quartals hatte Teva etwa 3,6 Mrd. Dollar in der Kasse. Das Unternehmen müsste daher wahrscheinlich weitere Finanzmittel einholen, um eine Übernahme von Barr zu stemmen.

Mit der Milliardenübernahme von Barr würde Teva die Konsolidierung in der Generika-Industrie weiter vorantreiben. Zuletzt war wieder einige Bewegung in die Branche gekommen, da große Pharmakonzerne angesichts von Nachschubproblemen bei neuen Medikamenten das Generikageschäft als weitere Einnahmequelle für sich entdeckt haben. So will der japanische Pharmakonzern Daiichi Sankyo den indischen Generikahersteller Ranbaxy schlucken, und der französische Pharmariese Sanofi-Aventis liefert sich gegenwärtig ein Bietergefecht mit der Investmentgesellschaft PPF um den tschechischen Generikakonzern Zentiva.

An der Wall Street legten Barr-Aktien in der Nacht zum Donnerstag um mehr als 13 Prozent zu. Teva-Titel lagen in Tel Aviv am Donnerstag ein Prozent im Plus.

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