Pharma-Industrie fordert mehr Innovations- und Wettbewerbsförderung
"Politik ist größtes Geschäftsrisiko"

Mehr Planungssicherheit sowie eine bessere Förderung von Innovationen und Wettbewerb fordert die Pharma-Industrie von der künftigen Bundesregierung.

HB MÜNCHEN. Die Mehrzahl der kleineren und mittleren Arzneimittelhersteller halten Gesetzgebung und Politik für das größte unternehmerische Risiko in den nächsten fünf Jahren. Dies ergab eine am Dienstag in München vorgestellte Studie im Auftrag des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), dessen Mitglieder zur aktuellen Situation der Pharmabranche befragt wurden. Mehr als 80 % beurteilten darin die Auswirkungen der Gesundheitsreform als schlecht bis sehr schlecht.

Der BPI forderte auf seiner Hauptversammlung von der künftigen Bundesregierung umwälzende Reformen in der Gesundheitspolitik. „Das deutsche Gesundheitssystem ist auf eklatante Weise innovationsfeindlich. Nicht zuletzt auf Grund dieser ungünstigen äußeren Rahmenbedingungen ist Deutschland in den letzten Jahren Stück für Stück auf der internationalen Innovationsskala zurückgefallen“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Bernd Wegener, am Dienstag laut Redetext. Von den voraussichtlichen Neuwahlen im Herbst erhoffe sich der Verband mehr Freiheiten und verlässliche Rahmenbedingungen für das Wirtschaftsfeld Gesundheit.

Der Zwangsrabatt auf patentgeschützte Medikamente von sechs Prozent solle unmittelbar abgeschafft werden, forderte Wegener. „Wir werden mit dieser Frage sehr rasch mit den neuen politisch Verantwortlichen ins Gespräch gehen und wir werden auch die rechtlichen Mittel, insbesondere die EU-rechtlichen, prüfen, mit denen gegen diese Zwangsrabatt vorgegangen werden kann.“

Die Regierung will unter anderem mit dem Zwangsrabatt für patentgeschützte Medikamente die Kosten im Gesundheitswesen eindämmen und dadurch sinkende Krankenkassenbeiträge erreichen. Bestimmte patentgeschützte Medikamente ohne therapeutischen Zusatznutzen und kostengünstigere patentfreie Nachahmerprodukte sind dazu seit Januar 2005 in einer Festbetragsgruppe zusammengefasst, was den Preis für patentgeschützte Mittel drücken soll. Im Gegenzug wurde der Zwangsrabatt auf sechs Prozent von zuvor 16 % gesenkt.

Der BPI vertritt vor allem die mittelständische Pharmabranche und hat etwa 300 Unternehmen als Mitglieder.

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