Pharma
Sanofi ändert Strategie radikal

Der französische Konzern Sanofi-Aventis will bei seinen Produkten in Zukunft auf viele kleine Erfolgsträger setzen. Ein Sortiment mit wenigen Kassenschlagern sei nicht mehr zeitgemäß, heißt es im Unternehmen. Wie ein Pharmariese sein Angebot diversifiziert.

PARIS/FRANKFURT. Kleine und mittlere Zukäufe ja, Megadeals nein. Auf diese Linie lässt sich die Zukaufsstrategie des neuen Chefs des französischen Pharmakonzerns Sanofi-Aventis, Chris Viehbacher, bringen. Mit Akquisitionen bis maximal 15 Mrd. Euro Marktwert will der Deutsch-Kanadier die Nummer drei der Pharmabranche stärker diversifizieren und unabhängiger vom reinen Arzneimittelgeschäft mit eigenentwickelten Medikamenten machen. "Wir wollen weg vom reinen Blockbuster-Modell", sagte Viehbacher bei der Vorstellung der Jahresergebnisse. Als Blockbuster gelten Medikamente, die pro Jahr mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz generieren.

Sanofi-Aventis orientiert sich damit zusehends an Konkurrenten wie Novartis, Bayer oder Johnson & Johnson, die sich als "Gesundheits-Konzerne" verstehen und sich über das innovative Pharmageschäft hinaus in Bereichen wie rezeptfreie Arzneien, Diagnostika oder Generika engagieren. Selbst Branchenführer Pfizer hat sich jüngst von der Idee des reinrassigen, fokussierten Pharmaherstellers wieder teilweise verabschiedet. Er setzt dabei mit der geplanten Übernahme von Wyeth aber weiterhin auf Großfusionen.

Der Vorteil der Diversifizierung besteht für die Pharmakonzerne vor allem darin, dass sie die Abhängigkeit von einzelnen Forschungserfolgen in der Medikamenten-Entwicklung mindert, die Risiken von starken Umsatzverlusten nach Patentabläufen senkt und damit das Geschäft insgesamt verstetigen kann.

Die Börse nahm den Strategieschwenk bei Sanofi vor diesem Hintergrund positiv auf und erfreute sich an den sehr soliden Gewinnzahlen: Der Nettogewinn des Konzerns erreichte 7,1 Mrd. Euro und stieg damit - bereinigt um Währungseffekte und Zu- oder Verkäufe - um 3,2 Prozent. Ähnlich wie zuvor etliche Konkurrenten bestätigte damit auch Sanofi, dass diese Branche bislang krisenfest ist. Auch für 2009 stellte Viehbacher einen Anstieg des Gewinns je Aktie um "mindestens sieben Prozent" in Aussicht, mit der Einschränkung, dass der Bestseller Lovenox in den USA nicht von einem Nachahmer-Medikament (Generika) angegriffen wird.

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