Pharma
Schering-Poker verhilft Merck zu Gewinnsprung

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat im zweiten Quartal die Früchte höchst unterschiedlicher Verkäufe geernet: Die Darmstädter verbuchten einen Sonderertrag aus dem Übernahmepoker um Schering und profitierten von weiter steigenden Umsätzen mit dem Krebsmedikament Erbitux. Eine Sparte enttäuschte jedoch.

HB DARMSTADT. Wie die Merck KGaA am Mittwoch mitteilte, kletterte der Gewinn nach Fremdanteilen um 113 Prozent auf 528,5 Millionen Euro. Der Sonderertrag aus dem Verkauf des Schering-Pakets an Bayer mache 397 Millionen Euro aus. Merck hatte rund 14,6 Milliarden Euro für Schering geboten, waren mit seinem Vorstoß beim Management aber abgeblitzt und letztlich einer höheren Offerte von Bayer unterlegen. Das Einlenken im Ringen um Schering ließ sich Merck allerdings vergolden.

Vorstandschef Michael Römer verwies darauf, dass Merck auch ohne den Sonderertrag gut dastehe: „Selbst wenn man die Sondererträge ausklammert, stieg unser Ergebnis nach Steuern um 40 Prozent auf 172 Millionen Euro“. Der Überschuss stieg im zweiten Quartal auf 528,5 Millionen Euro und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt.

Auch operativ verzeichnete das Familienunternehmen kräftige Zuwächse. Der operative Gewinn nahm um 24 Prozent auf 251,5 Millionen Euro zu. Analysten hatten im Schnitt mit 250 Millionen Euro gerechnet. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 4,5 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro.

Im Pharmageschäft stach das Krebsmittel Erbitux heraus. Die Umsätze mit dem Präparat nahmen im Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 56 Prozent auf 81 Millionen Euro zu. Dabei habe auch die Zulassung des Mittels in der Europäischen Union im März für Kopf- und Halskrebs geholfen; zunächst durfte es nur zur Behandlung von Darmkrebs eingesetzt werden. Das Krebspräparat ist nach Merck-Angaben inzwischen weltweit in 52 Ländern auf dem Markt.

Beim Flüssigkristallgeschäft musste Merck zwar einen Rückgang des Wachstums vermelden: Der Umsatz in dieser Sparte legte im zweiten Quartal um 8,4 Prozent auf 198 Millionen Euro zu; im ersten Quartal war die Sparte noch stärker gewachsen. Gleichwohl kletterte der operative Gewinn im Geschäft mit den Kristallen dank einer effizienteren Produktion um 34 Prozent auf 105 Millionen Euro gestiegen. Merck kam dabei auf eine Umsatzrendite von 53 Prozent im Quartal. Das Unternehmen ist Weltmarktführer bei Flüssigkristallen, die unter anderem in Flachbildschirmen zum Einsatz kommen.

Für das Gesamtjahr erwartet Merck nun ein Umsatzwachstum von knapp mehr als zehn Prozent und ein deutliches zweistelliges Wachstum des operativen Gewinns.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%