Pharma- und Chemiekonzern: „Die schwierigeren Themen liegen noch vor uns“

Pharma- und Chemiekonzern
Für Merck wird die Luft dünner

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„Die schwierigeren Themen liegen noch vor uns“

Für die Gesundheitssparte kalkuliert Merck daher für 2017, trotz der Einmalerträge, mit einem leichten Rückgang des bereinigten Ebitda um bis zu zehn Prozent. Eine weitere Verbesserung des Ebitda zeichnet sich dagegen für die neu formierte Life-Science-Sparte ab. Hier sollen zusätzliche Synergien aus der Integration von Sigma-Aldrich auf bereinigter Basis zu einem Ebitda-Anstieg von acht bis zwölf Prozent beitragen. Im ersten Quartal verdoppelte die Sparte den Betriebsgewinn (Ebit) auf 236 Millionen Euro, während das bereinigte Ebitda um 13 Prozent auf 445 Millionen zulegte und der Umsatz um sechs Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zulegte.

Dessen ungeachtet zählt Finanzchef Kuhnert das Ziel, weiter über dem Markt zu wachsen und die angekündigten Synergien abzuliefern, zu den wichtigen Herausforderungen für Merck im laufenden Jahr. „Wir liegen bisher über Plan, aber die schwierigeren Themen liegen noch vor uns.“ Merck hatte den amerikanischen Hersteller von Laborreagenzien Ende 2014 für rund 13 Milliarden Euro erworben und mit dieser größten Akquisition in der Firmengeschichte das Geschäft mit Biotech-Vorprodukten und Reagenzien für die Biochemie-Forschung massiv ausgebaut.

Eine weitere Herausforderung hat der Darmstädter Konzern derzeit im Geschäft mit Flüssigkristallen zu bewältigen, das wichtigster Teil der Sparte Performance-Chemikalien ist. Merck ist hier mit Marktanteilen von über 60 Prozent und operativen Margen von mehr als 40 Prozent mit weitem Abstand führender Produzent. Allerdings verliert der Konzern von der sehr hohen Basis aus derzeit Marktanteile an neue chinesische Konkurrenten.

„Sie haben auf der Qualitätsseite deutlich aufgeholt“, so Kuhnert. Das sei eine strategische Herausforderung, aber auch keine grundlegende Gefahr für den Konzern. Kuhnert geht vielmehr davon aus, dass sich die Marktanteile von Merck in diesem hochprofitablen Geschäft auf das historische Niveau von 50 bis 60 Prozent normalisieren.

Unterdessen arbeitet der Konzern weiter daran, seine Strukturen zu optimieren und an die neue dreiteilige Konzerngliederung anzupassen. Vor allem in diesen Zusammenhang rückte Kuhnert auch den geplanten gesellschaftsrechtlichen Umbau im Stammwerk Darmstadt. Hier will Merck neue Tochterfirmen etablieren und neue IT-Systeme einführen, die den drei Teilbereichen Gesundheit, Life Sciences und Performance-Materials besser Rechnung tragen.

„Wir bauen keine Holding und schaffen auch keine Teilkonzerne“, betonte Kuhnert. In keiner Weise sei auch ein Spin-off oder das Separieren von Teilbereichen geplant, die man später verkaufen wolle. Es gehe lediglich darum, den Standort Darmstadt fit zu machen für die Zukunft und die mehr als 30 Jahre alte gesellschaftsrechtliche Struktur anzupassen. Merck beschäftigt in Darmstadt rund 10.000 seiner weltweit 50.000 Mitarbeiter. Es ist der einzige Standort, in dem alle drei Teilbereiche des Konzerns stark vertreten sind.

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  • Herr Chris Woodley18.05.2017, 13:42 Uhr
    @ Hoffman Marc ... bitte deinen Senf dazu ... DANKE

    Danke, ich habe schon... Fans...aber leider fällt mir zu diesem Artikel nichts vernünftiges ein. Aber bestimmt wird ein anderer meiner Dauerkommentierkollegen was schreiben.

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