Pharma- und Chemiekonzern Für Merck wird die Luft dünner

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„Die schwierigeren Themen liegen noch vor uns“
So lässt sich das Krebsrisiko senken
Todesursache Krebs
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Rocklegende David Bowie (r.) und Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister sind zwei Fälle in einer langen Liste von Prominenten, die an Krebs gestorben sind. Bösartige Tumore sind nach Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Häufig ist es Schicksal, doch der Lebensstil kann das Krebsrisiko erheblich beeinflussen, wie Experten betonen.

Melanom-Zellen (schwarzer Hautkrebs)
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Nach Ansicht vieler Forscher wären insgesamt bis zur Hälfte der bösartigen Tumore vermeidbar, wenn Menschen ihren Lebensstil entsprechend änderten. „Das Schicksal spielt natürlich eine Rolle, aber man kann es stark beeinflussen“, sagt der Leiter der Abteilung Epidemiologie von Krebserkrankungen am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, Rudolf Kaaks.

Krebsrisiko Rauchen
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Rauchen sei bundesweit für etwa jeden fünften Krebsfall verantwortlich, warnt Kaaks. Bei Lungen-, Rachen-, Speiseröhren- und Blasenkrebs sei der Anteil sogar noch viel höher. Zudem schädigen Raucher nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Allein in Deutschland sterben jährlich 3000 Menschen durch Passivrauchen an Krebs, so der Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft, Johannes Bruns.

Krebsrisiko Übergewicht
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Den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs kennen viele Menschen nicht, dabei ist er seit Jahren belegt. Nach vorsichtigen Schätzungen könnten darauf mindestens fünf bis sechs Prozent aller Krebsfälle zurückgeführt werden, schätzt DKFZ-Experte Kaaks: „Die Liste der Krebsarten, bei deren Entstehung vermutlich Übergewicht eine Rolle spielt, wird immer länger.“

Krebsrisiko Ernährung
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Falsche Ernährung spielt bei bis zu zehn Prozent aller Krebsfälle eine Rolle. Am besten belegt und am stärksten ausgeprägt seien die schädliche Wirkung von rotem Fleisch und die schützende Wirkung von Ballaststoffen, sagt Kaaks. Dass Gemüse und Obst das Krebsrisiko stark senken, habe sich jedoch nicht bestätigt.

Für Aufsehen sorgte zuletzt eine Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Wer viel verarbeitetes Fleisch esse, erhöhe sein Darmkrebsrisiko. Andererseits liefert Fleisch aber auch Eisen und wichtige Vitamine. „Man kann jedes Fleisch bedenkenlos essen. Es kommt aber auf die Menge an“, sagt Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke.

Krebsrisiko Bewegungsmangel
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Körperliche Aktivität senkt das Risiko für Darm- und Brustkrebs. „Und es mag sehr wohl sein, dass das auch für viele andere Krebsarten gilt“, sagt Kaaks.

„Fitness wirkt ein Stück weit schützend“, meint auch Johannes Bruns von der Deutschen Krebsgesellschaft. „Aber kein Mensch sollte glauben, vor Krebs gefeit zu sein, nur weil er jedes Jahr den Berlin-Marathon läuft.“

Krebsrisiko Alkohol
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Vier bis fünf Prozent aller Krebsfälle sind auf Alkohol zurückzuführen. Vor allem die Kombination von Alkohol und Rauchen sei gefährlich, warnt Kaaks. Ein Glas Wein oder Bier reiche schon aus, um das Risiko für bestimmte Krebsarten leicht, aber nachweisbar zu steigern.

Johannes Bruns ist überzeugt, dass bei Alkohol die Dosis das Gift macht. „Irgendwann ist die Schwelle erreicht, wo der Körper nicht mehr damit umgehen kann und Krebs entsteht“, sagt er. Diese Schwelle sei aber von Mensch zu Mensch sehr verschieden.

Für die Gesundheitssparte kalkuliert Merck daher für 2017, trotz der Einmalerträge, mit einem leichten Rückgang des bereinigten Ebitda um bis zu zehn Prozent. Eine weitere Verbesserung des Ebitda zeichnet sich dagegen für die neu formierte Life-Science-Sparte ab. Hier sollen zusätzliche Synergien aus der Integration von Sigma-Aldrich auf bereinigter Basis zu einem Ebitda-Anstieg von acht bis zwölf Prozent beitragen. Im ersten Quartal verdoppelte die Sparte den Betriebsgewinn (Ebit) auf 236 Millionen Euro, während das bereinigte Ebitda um 13 Prozent auf 445 Millionen zulegte und der Umsatz um sechs Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zulegte.

Dessen ungeachtet zählt Finanzchef Kuhnert das Ziel, weiter über dem Markt zu wachsen und die angekündigten Synergien abzuliefern, zu den wichtigen Herausforderungen für Merck im laufenden Jahr. „Wir liegen bisher über Plan, aber die schwierigeren Themen liegen noch vor uns.“ Merck hatte den amerikanischen Hersteller von Laborreagenzien Ende 2014 für rund 13 Milliarden Euro erworben und mit dieser größten Akquisition in der Firmengeschichte das Geschäft mit Biotech-Vorprodukten und Reagenzien für die Biochemie-Forschung massiv ausgebaut.

Eine weitere Herausforderung hat der Darmstädter Konzern derzeit im Geschäft mit Flüssigkristallen zu bewältigen, das wichtigster Teil der Sparte Performance-Chemikalien ist. Merck ist hier mit Marktanteilen von über 60 Prozent und operativen Margen von mehr als 40 Prozent mit weitem Abstand führender Produzent. Allerdings verliert der Konzern von der sehr hohen Basis aus derzeit Marktanteile an neue chinesische Konkurrenten.

„Sie haben auf der Qualitätsseite deutlich aufgeholt“, so Kuhnert. Das sei eine strategische Herausforderung, aber auch keine grundlegende Gefahr für den Konzern. Kuhnert geht vielmehr davon aus, dass sich die Marktanteile von Merck in diesem hochprofitablen Geschäft auf das historische Niveau von 50 bis 60 Prozent normalisieren.

Unterdessen arbeitet der Konzern weiter daran, seine Strukturen zu optimieren und an die neue dreiteilige Konzerngliederung anzupassen. Vor allem in diesen Zusammenhang rückte Kuhnert auch den geplanten gesellschaftsrechtlichen Umbau im Stammwerk Darmstadt. Hier will Merck neue Tochterfirmen etablieren und neue IT-Systeme einführen, die den drei Teilbereichen Gesundheit, Life Sciences und Performance-Materials besser Rechnung tragen.

„Wir bauen keine Holding und schaffen auch keine Teilkonzerne“, betonte Kuhnert. In keiner Weise sei auch ein Spin-off oder das Separieren von Teilbereichen geplant, die man später verkaufen wolle. Es gehe lediglich darum, den Standort Darmstadt fit zu machen für die Zukunft und die mehr als 30 Jahre alte gesellschaftsrechtliche Struktur anzupassen. Merck beschäftigt in Darmstadt rund 10.000 seiner weltweit 50.000 Mitarbeiter. Es ist der einzige Standort, in dem alle drei Teilbereiche des Konzerns stark vertreten sind.

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1 Kommentar zu "Pharma- und Chemiekonzern: Für Merck wird die Luft dünner"

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  • Herr Chris Woodley18.05.2017, 13:42 Uhr
    @ Hoffman Marc ... bitte deinen Senf dazu ... DANKE

    Danke, ich habe schon... Fans...aber leider fällt mir zu diesem Artikel nichts vernünftiges ein. Aber bestimmt wird ein anderer meiner Dauerkommentierkollegen was schreiben.

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