Pharma- und Chemiekonzern
Kunststoffgeschäft treibt Bayers Gewinn in die Höhe

Die Konjunkturerholung und insbesondere das florierende Kunststoffgeschäft haben Bayer im dritten Quartal zu einer deutlichen Gewinnsteigerung verholfen. Der Chemiekonzern schnitt besser ab als erwartet.
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HB FRANKFURT. Bayers Konzerngewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie Sonderposten nahm binnen Jahresfrist um 10,5 Prozent auf 1,66 Mrd. Euro zu, wie Bayer am Donnerstag in Leverkusen mitteilte. Damit lag Bayer über den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt 1,59 Mrd. Euro erwartet hatten. Der Pharma- und Chemiekonzern profitierte im Kunststoffgeschäft nicht nur von kräftigen Absatzsteigerungen - auch Preisanhebungen stehen hinter dem Ergebnisanstieg.

Der Traditionskonzern setzte im Zeitraum Juli bis September 8,58 Mrd. Euro um - ein Plus von 16,1 Prozent. Unter dem Strich blieben 280 Mio. Euro - das sind 12,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dabei wurde der Gewinn von Rückstellungen belastet: Bayer brachte im dritten Quartal 436 Mio. Euro an Sonderkosten für Rechtsstreitigkeiten in der Zwischenbilanz unter, vor allem für Fälle in den USA und wegen gentechnisch veränderter Reispflanzen. Vor einem Jahr hatten die Sonderaufwendungen bei 191 Mio. Euro gelegen. Dagegen sank der Steueraufwand erheblich im Quartal.

"Wir bleiben für das Jahr 2010 zuversichtlich" erklärte Konzernchef Marijn Dekkers. Wie bisher erwartet Bayer für das Gesamtjahr einen um Sondereinflüsse bereinigten Anstieg des Ebitda auf mehr als sieben Mrd. Euro. Nach drei Quartalen hat Bayer davon bereits 5,5 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie will Bayer um über 15 Prozent verbessern. Beim Umsatz erwartet das Management in diesem Jahr weiter einen um Währungsschwankungen sowie um Zu- und Verkäufe bereinigten Anstieg von mehr als fünf Prozent.

Die Konjunkturerholung beschert momentan sämtlichen Chemiegrößen gute Geschäfte. Rheinaufwärts meldete der Ludwigshafener Branchenprimus BASF für das dritte Quartal einen Gewinnsprung und erhöhte seine Ziele für das laufende Jahr. Auch der US-Chemieriese Dupont konnte seinen Umsatz im abgelaufene Quartal kräftig steigern und legte daraufhin seine Messlatte für den Jahresgewinn nach oben.

Während die Bayer-Kunststoffsparte ihren bereinigten operativen Gewinn deutlich steigerte, spürte der Konzern im Pharmageschäft beim Verhütungsmittel Yaz die scharfe Konkurrenz der Hersteller von Generika in den USA. In der gesamten Gesundheitssparte, zu der auch das Pharmageschäft zählt, verringerte sich der bereinigte operative Gewinn leicht. Gut lief es dagegen im Pflanzenschutzgeschäft, in dem Bayer nicht nur von der gestiegenen Nachfrage, sondern auch sondern auch von Währungseffekten profitierte. Der bereinigte operative Gewinn der Sparte stieg im Quartal an.

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