Pharma- und Chemiekonzern
Merck-Gewinn steigt dank Chemiesparte

Die Chemiesparte wird für Merck immer wichtiger: Dank der gut laufenden Geschäfte in diesem Bereich konnte der Darmstädter Traditionskonzern seinen Gewinn im ersten Quartal deutlich steigern.
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Darmstadt Der Darmstädter Traditionskonzern Merck hat im ersten Quartal dank eines starken Geschäfts mit Flüssigkristallen einen Gewinnsprung erzielt. Das operative Ergebnis sei um 26,1 Prozent auf 371,6 Millionen Euro gestiegen, teilte der Pharma- und Chemiekonzern am Donnerstag mit. Analysten hatten 366 Millionen Euro erwartet.

Im lukrativen Flüssigkristallgeschäft, in dem der Konzern Marktführer ist, wurde eine operative Rendite von 54,5 Prozent erzielt, die deutlich über den Analystenschätzungen lag. Die Flüssigkristalle kommen in Smartphones, Flachbild-Fernsehern und auch bei Tablet-Computern zum Einsatz. Diese Geräte sind bei Verbrauchern derzeit heiß begehrt.

An der Börse wurde der Quartalsbericht positiv aufgenommen. Die im Dax notierte Merck-Aktie gewann kurz nach Handelsbeginn 1,1 Prozent auf 69,88 Euro. Merck setzte im Konzern von Januar bis März 2,56 Milliarden Euro um - ein Plus von 22,1 Prozent. Dazu trug auch der im vergangenen Jahr übernommene US-Laborausrüster Millipore bei.

Der Konzernüberschuss schnellte um 76,9 Prozent auf 344,2 Millionen Euro nach oben. Für das Gesamtjahr bekräftigte Merck-Chef Karl-Ludwig Kley das Gewinnziel: Das operative Ergebnis soll um 35 bis 45 Prozent zulegen. Bei den Gesamterlösen peilt Kley ein Plus von zehn bis 15 Prozent an.

Das Erdbeben in Japan habe das Flüssigkristallgeschäft im ersten Quartal nicht beeinträchtigt, erklärte Merck. Allerdings wurde ein Werk für Pigmente in Onahama beschädigt. Merck plant die Produktion in dem Werk Anfang Juni wieder aufzunehmen. Das Geschäft boomt derzeit. Die Sparte Pigments & Cosmetics erzielte den Angaben zufolge einen Rekordumsatz im Quartal.

In der Pharmasparte Merck Serono stiegen die Erlöse im Auftaktquartal lediglich leicht. Ein Grund waren schwächere Umsätze mit dem Medikament Rebif gegen Multiple Sklerose. Die Erlöse mit dem Krebsmittel Erbitux kletterten dagegen um 8,7 Prozent auf 209 Millionen Euro. Zuletzt gab es bei Merck in der Arzneimittelentwicklung einige Fehlschläge. So war die größte Medikamentenhoffnung, die Tablette Cladribin gegen Multiple Sklerose, bei der Arzneimittelbehörde in Europa und der US-Gesundheitsbehörde FDA durchgefallen. Ein abschließendes Gespräch mit der FDA zu dem vorerst gescheiterten US-Antrag soll Ende Mai stattfinden.

Um im Pharmabereich wieder mehr Schlagkraft zu gewinnen, hatte Merck vor einigen Monaten einen Wechsel an der Spitze der Sparte vollzogen. Seit Jahresbeginn werden die Geschicke des Bereichs nun von Stefan Oschmann gleitet, der vom US-Arzneimittelriesen Merck & Co zu den Darmstädtern wechselte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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