Pharmabranche: Abbott glänzt mit Pille aus dem BASF-Labor

Pharmabranche
Abbott glänzt mit Pille aus dem BASF-Labor

Geniale Forscher bescherten dem Chemieriesen BASF immer wieder große Erfolge. Zuweilen kommt ihr Erfindergeist aber auch anderen Unternehmen zugute.

FRANKFURT. Besonders dankbar dafür kann in diesen Tagen der amerikanische Pharma- und Medizintechnik-Konzern Abbott sein, der gestern abermals mit sehr guten Zahlen aufwartete.

Während bei etlichen Konkurrenten das Pharmageschäft erodiert und BASF gerade mit einem dramatischen Konjunktureinbruch kämpft, steigerte Abbott den Umsatz im vierten Quartal um zehn Prozent und im Gesamtjahr 2008 um knapp 14 Prozent. Der Nettogewinn erreichte mit 4,9 Mrd. Dollar (plus 35 Prozent) ein neues Rekordniveau. Glanzlicht war die Pharmasparte: Deren Wachstum von 14 Prozent wird fast ausschließlich von einem Produkt getragen, das der amerikanische Konzern vor sieben Jahren zusammen mit der Pharmasparte von BASF für 6,9 Mrd. Dollar erwarb.

Das Rheuma-Medikament Humira hieß damals noch D2E7 und hatte gerade die letzten klinischen Studien bewältigt. Dass der biotechnisch hergestellte Wirkstoff gewisses Potenzial besaß, war schon damals unumstritten. Doch der Erfolg dürfte inzwischen selbst die Optimisten bei Abbott beeindrucken.

Im Jahr 2003 erstmals eingeführt, erzielte das Mittel im vergangenen Jahr 4,5 Mrd. Dollar Umsatz, einen Zuwachs von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Humira dürfte damit der Aufstieg unter die zehn umsatzstärksten Medikamente weltweit gelungen sein. Es ist das kommerziell erfolgreichste Medikament, das jemals von einem deutschen Unternehmen entwickelt wurde, und hat vermutlich schon heute genügend Erträge für Abbott erwirtschaftet, um den Kaufpreis für die BASF-Pharmasparte zu refinanzieren.

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