Pharmabranche
Actelion und Glaxo schließen milliardenschwere Partnerschaft

Die Schweizer Biotechnologiefirma Actelion hat für ihr neuartiges Schlafmittel Almorexant das bisher teuerste Kooperationsabkommen der Biotech-Industrie abgeschlossen.

HB ZÜRICH. Der britische Pharmariese Glaxo Smith Kline lässt sich die gemeinsame Vermarktung des Medikaments bis zu 3,3 Mrd. Franken (zwei Mrd. Euro) kosten. Der Gewinn aus den Verkäufen wird zwischen den beiden Unternehmen aufgeteilt.

Analysten, die angesichts des Potenzials von Almorexant mit einer für Actelion vorteilhaften Vereinbarung gerechnet hatten, zeigten sich positiv überrascht von den Konditionen. "Die Ankündigung einer Vereinbarung war erwartet worden, das Ausmaß und die Bedingungen aber nicht", sagte Stephen McGarry von Goldman Sachs. Auf dem Gebiet der Orexin-Blocker hätten die beiden Unternehmen nun rund sieben Jahre Vorsprung auf die Konkurrenz. Glaxo Smith Kline hatte wegen Toxizität die klinischen Tests mit einem Schlafmittel, das auf dem gleichen Wirkungsprinzip beruht, gestoppt.

Almorexant wird seit Ende 2007 in einer spätklinischen Phase III getestet und 2009 dürften erste Ergebnisse vorliegen. Als Orexin-Rezeptor-Antagonist blockiert Almorexant vorübergehend die im Gehirn produzierten gleichnamigen Neuropeptide, die bei der Erhaltung des Wachzustandes eine wichtige Rolle spielen. Patienten sollen damit nebenwirkungsfrei und schneller einschlafen können und in der Nacht weniger oft aufwachen als bei bisher verfügbaren Medikamenten.

Wie groß das Marktpotenzial bei Schlafmitteln ist, zeigt eine Studie der US-Gesundheitsbehörde National Institute of Health: Nach NIH-Schätzungen leiden bis zu 80 Mill. Amerikaner an Schlaflosigkeit, davon 25 Mill. chronisch. Marktführer in dem Bereich ist Sanofi-Aventis mit seinem Schlafmittel Ambien/Ambien CR. Trotz eines drastischen Einbruchs der Verkäufe wegen Konkurrenz durch Generika setzte der französische Pharmakonzern damit im Vorjahr noch immer 1,25 Mrd. Euro um.

Die Actelion-Aktien reagierten mit einem Kurssprung von zeitweise gut neun Prozent auf die Neuigkeit..

Das Abkommen mit Glaxo Smith Kline gibt Actelion nach den Worten von Firmenchef Jean-Paul Clozel die finanzielle Flexibilität, andere Entwicklungsprogramme nun rascher voranzutreiben. Aber auch kurzfristig dürfte es sich lohnen, auch wenn sich Actelion darauf nicht festlegen wollte und lediglich eine Anpassung seiner Ergebnisprognose anlässlich des Halbjahresresultats am 22. Juli in ankündigte. Immerhin fließen in den nächsten Tagen 150 Mill. Franken Vorauszahlung in die Kassa und das Unternehmen mit Sitz in Allschwil bei Basel muss künftig nur mehr die Hälfte der Entwicklungskosten für Almorexant tragen.

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