Pharmabranche
Alzheimer-Medikament beflügelt die Merz-Gruppe

Das Arzneimittelgeschäft der Frankfurter Merz-Gruppe hat sich in den vergangenen Jahren prächtig entwickelt. Allerdings ruht der Erfolg bislang fast ausschließlich auf einem einzigen Produkt: dem Alzheimer-Wirkstoff Memantine. Das Familienunternehmen muss sein Produktprogramm zügig ausbauen, denn in wenigen Jahren laufen die Patente in den USA und in Europa ab.

FRANKFURT. Der Alzheimer-Wirkstoff Memantine verhilft der Frankfurter Merz-Gruppe zu kräftigen Steigerungen bei Umsatz und Erträgen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 30. Juni 2007 endete, steigerte der Pharma- und Kosmetikhersteller seinen Gruppenumsatz um 13 Prozent auf 535 Mill. Euro und den Nettogewinn um gut ein Fünftel auf 70 Mill. Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr 2007/2008 stellen Jochen Hückmann, der Vorsitzende des Gesellschafterrats, und Pharma-Chef Martin Zügel ein Umsatzplus von etwa acht Prozent in Aussicht. Bis 2015 will man den Gruppenumsatz auf mehr als eine Mrd. Euro verdoppeln. Dazu könnten, wie Hückmann deutlich machte, auch Akquisitionen beitragen. „Wir wollen aber in allen Bereichen, in denen wir tätig sind, fokussiert bleiben und sehen uns auch in Zukunft in einer Spezialistenrolle“, sagte er gestern.

Dabei bietet das Familienunternehmen bereits eine vergleichsweise breite Produktpalette. Knapp ein Fünftel der Erlöse erzielt Merz mit Kosmetikprodukten, darunter Marken wie Tetesept und Merz Spezialdragees, die das Unternehmen einst bekannt machten. Gut 65 Mill. Euro Umsatz entfallen auf die Tochterfirma Senator, die sich als größer Produzent von Kugelschreibern in Europa betrachtet.

Zu dem mit Abstand wichtigsten Teilbereich indessen entwickelte sich in den vergangenen Jahren das Arzneimittelgeschäft mit zuletzt 359 Mill. Euro Umsatz, einem Plus von knapp 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Pharmasparte legte damit dreimal so stark zu wie der Markt und verbuchte eine operative Umsatzrendite von gut 30 Prozent. Gemessen an solchen Kennziffern ist Merz das mit Abstand erfolgreichste Pharmaunternehmen in Deutschland und eines der Topunternehmen in Europa.

Allerdings ruht der Erfolg bislang fast ausschließlich auf einem einzigen Produkt: dem Wirkstoff Memantine, der sich innerhalb weniger Jahre als das am zweithäufigsten verordnete Medikament gegen die Alzheimersche Erkrankung etablierte. Weltweit erzielt Memantine inzwischen mehr als eine Mrd. Dollar Umsatz und hat damit Blockbuster-Status erreicht. Den Löwenanteil davon verbuchen die Lizenznehmer Forest (USA) und Lundbeck (Dänemark). Sie haben im vergangenen Geschäftsjahr 157 Mill. Euro Lizenzgebühren nach Frankfurt überwiesen. Merz selbst vertreibt Memantine unter dem Namen „Axura“ in Deutschland und einigen europäischen Märkten. Auch im laufenden Geschäftsjahr dürfte das Mittel dem Pharmageschäft von Merz kräftigen Schub verleihen. Sowohl Forest als auch Lundbeck haben im dritten Quartal Umsatzsteigerungen von mehr als einem Fünftel mit Memantine verbucht.

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