Pharmabranche
Auftrieb für Novo Nordisk

Der Weltmarktführer für Insulin wächst mit der Zivilisationskrankheit Diabetes schneller als die Branche. Andere Großkonzerne kämpfen dagegen mit Umsatzeinbußen und mangelndem Produktnachschub. Novo Nordisk deckt derzeit rund die Hälfte des Marktes für Insulin-Medikamente ab und will jedes Jahr um rund zehn Prozent wachsen.

FRANKFURT. Trotz wachsender Konkurrenz im Diabetes-Geschäft und Verzögerungen bei einer wichtigen Neuentwicklung rechnet Novo Nordisk, der Weltmarktführer für Insulin, weiter mit starkem Wachstum. "Wir planen langfristig jährliche Wachstumsraten von zehn Prozent", sagte Vorstandschef Lars Rebien Sørensen im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Das börsennotierte dänische Unternehmen - mit umgerechnet rund 6,1 Mrd. Euro Umsatz derzeit auf Position 20 der Pharmabranche - würde damit deutlich stärker zulegen als der globale Arzneimittelmarkt. Marktforscher von IMS Health prognostizieren für die Branche insgesamt maximal 3,5 Prozent Wachstum in diesem Jahr. Etliche Großkonzerne kämpfen mit Umsatzeinbußen und mangelndem Produktnachschub.

Sørensen stützt seine Prognose vor allem auf das etablierte Produktprogramm von Novo Nordisk im Bereich der Insuline, auf die etwa die Hälfte des 27 Mrd. Dollar großen Marktes für Diabetes-Medikamente entfällt. Sie sollen etwa drei Viertel der erwarteten Zuwächse bringen. Denn der globale Bedarf an Insulinen dürfte aufgrund der steigenden Patientenzahlen stetig zunehmen. Gab es 2007 weltweit noch 246 Millionen Menschen mit Diabetes, sollen es nach Schätzungen der Diabetes Federation 2025 schon 380 Millionen sein.

Schon in den vergangenen zehn Jahren zeichnete sich Novo Nordisk durch zweistelliges organisches Wachstum aus. Seit 2000 hat die Firma ohne größere Zukäufe ihren Umsatz quasi verdoppelt und den Nettogewinn auf 1,3 Mrd. Euro mehr als verdreifacht. Die Ebit-Rendite liegt mit 27 Prozent im oberen Bereich der Pharmabranche. Novo Nordisk gehört damit neben der Merck KGaA und Biotechfirmen wie Gilead und Genzyme zu einer erstarkenden Gruppe mittelgroßer Pharmahersteller.

Den Markt für Insuline teilt sich Novo Nordisk dabei mit der französischen Gruppe Sanofi-Aventis und dem US-Konzern Eli Lilly. Generika-Konkurrenten in diesem Bereich fürchtet Sørensen nicht, obwohl die Patente auf Humaninsulin längst abgelaufen sind. Denn der Aufbau einer Insulinproduktion ist kostenintensiv. Zudem macht Novo den Löwenanteil des Geschäfts mit modifizierten Insulinen, die nicht ohne weiteres zu kopieren sind.

Intensiverer Wettbewerb zeichnet sich allerdings bei anderen Diabetesmedikamenten, jenseits der Insuline, ab. Diese Medikamente werden in der Regel im Frühstadium der Erkrankung eingesetzt, um den Insulin-Einsatz hinauszuzögern. In diesem, ebenfalls attraktiven Segment des Marktes forschen inzwischen fast alle großen Konzerne an neuen Mitteln zur Blutzuckersenkung: Marktführer Pfizer ebenso wie Glaxo-Smithkline, Sanofi-Aventis, Roche, Astra Zeneca und auch der deutsche Familienkonzern Boehringer Ingelheim.

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