Pharmabranche
Boehringer Ingelheim wächst schneller als der Markt

Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim wird nach Einschätzung von Unternehmenschef Alessandro Banchi auch 2006 zu den erfolgreichsten Arzneimittelherstellern gehören.

HB INGELHEIM/DÜSSELDORF. „Wir können nicht jedes Jahr das wachstumsstärkste Unternehmen sein, aber wir werden auch 2006 zu den am schnellsten wachsenden gehören“, sagte Banchi der Düsseldorfer „Wirtschaftswoche“. Insbesondere beim Atemwegsmedikament Spiriva sei mit kräftigem Wachstum zu rechnen. Im ersten Quartal habe Boehriger Ingelheim einen weltweiten Marktanteil von über zwei Prozent erreicht, mehr als jemals zuvor in der Firmengeschichte, erklärte der Manager.

Die Unternehmensführung sei sehr zuversichtlich, „dass wir 2006 zum siebten Mal in Folge schneller als der Markt wachsen werden“. Wachstumsbringer seien Spiriva und das Hochdruckmittel Micardis. Allein diese Arzneien werden nach den Worten Banchis in diesem Jahr einen Umsatz von voraussichtlich weit mehr als 1,2 Milliarden beziehungsweise einer Milliarde Euro erzielen.

Verstärken will Boehringer Ingelheim seine Produktpalette in Zukunft um Diabetes- und Krebsmedikamente. „Wir arbeiten an einem neuen Diabetespräparat sowie an einem Medikament, das Thrombosen nach Operationen verhindern sowie das Schlaganfallrisiko senken soll; außerdem an einer Reihe neuer Krebsmedikamente“, sagte Banchi. Außerdem arbeite Boehringer Ingelheim an einem Präparat, das Frauen mit vermindertem sexuellem Lustempfinden helfen soll.

Vom Fusionsfieber in der Branche wolle sich der Konzern nicht anstecken lassen, meinte der Boehringer-Chef weiter. Auf die Frage nach seinem Interesse an der zum Verkauf stehenden Pharmasparte des Konkurrenten Altana sagte Banchi: „Solche Aktionen schlagen uns Investmentbanker auch immer wieder vor. Aber wir wollen nicht zukaufen. Wir wollen nicht Umsätze kaufen, um dann anschließend die Kosten zu kappen.“ Boehringer ist als größter Pharmakonzern Deutschlands von Bayer durch deren Zukauf von Schering überholt worden.

Auch ein Verkauf des Familienkonzerns aus Ingelheim sei kein Thema: „Die Investmentbanken haben es inzwischen aufgegeben, bei uns anzufragen“, sagte Banchi. Auch einzelne Bereiche seien - mit Ausnahme des Pharmaton-Geschäfts mit verschreibungsfreien Produkten auf pflanzlicher Basis - nicht zu verkaufen. Für Pharmaton prüfe Boehringer mehrere Optionen, sei aber „nicht in Eile“.

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