Pharmabranche
Celesio: Weniger Geld in der Kasse

Europa größter Pharmahändler hat in den ersten neun Monaten deutlich Federn lassen müssen. Das hatten Experten allerdings auch so erwartet. Posititv: Celesio hält an seiner Prognose fest.

HB FRANKFURT. Die Konjunkturflaute dämpft den Optimismus des Pharmagroßhändlers Celesio. Der Stuttgarter Konzern hatte im Sommer in Aussicht gestellt, 2009 beim operativen Gewinn (Ebitda) deutlich besser abzuschneiden als in diesem Jahr. "Inzwischen haben die Finanzmarktkrise und der beginnende wirtschaftliche Abschwung abrupt ein verändertes Umfeld geschaffen", teilte Europas größter Pharmahändler am Donnerstag in Stuttgart mit. Dem könne sich Celesio auch als eher konjunkturunabhängiges Unternehmen nicht ganz entziehen. Der Vorstand warnte vor möglichen Ergebnisbelastungen durch einen rückläufigen Absatz von Produkten wie Waagen und Blutdruckmessern, die Celesio an Apotheken verkauft.

Zudem bremst Celesio seine Expansion wegen der unsicheren Zinsentwicklung. Celesio habe seine Zukäufe und die Eröffnung neuer Apotheken und Gesundheitszentren deutlich zurückgefahren. Die fehlenden Erträge aus diesen Apotheken wirkten sich vom laufenden vierten Quartal an auf das Ergebnis aus. Dennoch blicke Celesio mit "relativem Optimismus" in das kommende Jahr.

Eigentlich hatte Celesio auf 2009 seine Hoffnungen gesetzt, nachdem staatlich angeordnete Preissenkungen in Großbritannien, das schwache Pfund Sterling und die Rabattschlacht das Ergebnis in diesem Jahr belasten. Das Ebitda wird 2008 deutlich unter dem Vorjahreswert von 843 Mio. Euro liegen, einem Rekord in der 173-jährigen Firmengeschichte. Beim Umsatz peilt Celesio ein Umsatzplus vor Wechselkurseffekten von rund zwei Prozent an. In den ersten neun Monaten lag der Zuwachs bei 1,2 Prozent.

Das Geschäft in Großbritannien, wo Celesio die Apothekenkette Lloyds Pharmacy betreibt und in der Regel die Hälfte seines Gewinns erwirtschaftet, verhagelte dem Konzern schon in den ersten neun Monaten das Ergebnis. Dort waren die Erstattungspreise für Generika deutlich gekürzt worden. Der scharfe Rabattwettbewerb im deutschen Großhandel ebbe langsamer als erwartet ab, erklärte der Vorstand. Daneben setzten Celesio Abschreibungen auf die 12,5-prozentige Beteiligung am Frankfurter Pharmahändler Anzag zu. Dessen Aktien haben ihren Wert seit Jahresbeginn mehr als halbiert, was das Ergebnis allein im dritten Quartal mit 8,9 Mio. belastete.

Von Januar bis September fiel der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 24 Prozent auf 477,7 Mio. Euro. Im dritten Quartal war er aber um 4,7 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor. Der Überschuss brach in den ersten neun Monaten um knapp 40 Prozent auf 193 Mio. Euro ein. Der Umsatz des von der Industriellenfamilie Haniel kontrollierten Konzerns lag mit 16,3 Mrd. Euro 2,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

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