Pharmabranche
Die Machtverhältnisse verschieben sich

Die US-Pharmabranche steht vor großen Herausforderungen – und bangt um ihre Vormacht. Die Konkurrenz aus Europa macht den Unternehmen zu schaffen. Langsam zeichnet sich ab, wie eine neue internationale Hackordnung aussehen könnte.

FRANKFURT. In der globalen Pharmaindustrie verschieben sich die Machtverhältnisse. Führende europäische Hersteller machen zusehends Boden gut gegenüber der einst übermächtig erscheinenden US-Konkurrenz.

Zwar werden durch die bevorstehende Übernahme von Wyeth durch Pfizer und Schering-Plough durch Merck & Co künftig zwei amerikanische Hersteller die größten Konzerne der Branche sein. Operativ haben derzeit jedoch die europäischen Pharmahersteller die besseren Karten, insbesondere weil ihr organisches Wachstum besser ist.

Dafür sprechen nicht zuletzt die jüngsten, überwiegend schwachen Quartalszahlen der US-Pharmariesen. Pfizer etwa meldete gestern für das zweite Quartal einen Rückgang des Umsatzes um neun Prozent auf knapp elf Mrd. Dollar und einen Gewinnrückgang um ein Fünftel auf rund 2,2 Mrd. Dollar. Die Fusionspartner Merck und Schering-Plough verbuchten Umsatzrückgänge von jeweils rund fünf Prozent, beim Gesundheitskonzern Johnson & Johnson schrumpften die Arzneimittelumsätze im vergangenen Quartal sogar zweistellig. Etwas günstiger sieht es beim US-Branchenvierten Eli Lilly aus, der dank der Übernahme von Imclone Systems um drei Prozent zulegte.

Demgegenüber dürften die Zahlen der großen europäischen Pharmakonzerne im Schnitt deutlich besser aussehen. Der Novartis-Konzern, der ebenfalls in Dollar bilanziert, berichtete für das zweite Quartal drei Prozent Umsatzplus und ein währungsbereinigtes Wachstum von elf Prozent. Die anderen europäischen Konzerne dürften in den nächsten Tagen ebenfalls überwiegend kräftige Zuwächse ausweisen und dabei zusätzlich noch von der Dollaraufwertung profitieren.

Noch deutlicher wird die Verlagerung der Gewichte im längerfristigen Vergleich: So haben die stärksten Zehn der europäischen Pharmabranche, einschließlich der israelischen Teva, ihren Umsatz auf Dollarbasis seit Anfang des Jahrzehnts fast verdreifacht und ihren globalen Marktanteil um knapp sieben Prozentpunkte ausgebaut. Im gleichen Zeitraum büßten die US-Konzerne rund fünf Prozent Weltmarktanteil ein.

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