Pharmabranche
Glaxo-Smithkline kauft Hautspezialist Stiefel

Der britische Pharmakonzern Glaxo-Smithkline (GSK) hat einem Pressebericht zufolge den Kampf um den Konkurrenten Stiefel Laboratories gewonnen. Bereits am heutigen Montag könne die Übernahme des auf Hautmedikamente spezialisierten Anbieters für rund drei Mrd. Dollar (2,3 Mrd Euro) bekannt gegeben werden, schreibt das "Wall Street Journal".

FRANKFURT. Der britische Pharmakonzern Glaxo Smithkline (GSK) setzt seine Strategie der kleinen und mittelgroßen Zukäufe mit der Übernahme des amerikanischen Hautspezialisten Stiefel Laboratories fort. Mit einem Kaufpreis von bis zu 3,6 Mrd. Dollar ist der Zukauf der bislang größte Deal in einer langen Reihe von Übernahmen, Produktkäufen und Kooperationsvereinbarungen.

GSK – mit 45 Mrd. Dollar Gesamtumsatz und rund neun Mrd. Dollar Gewinn die Nummer Zwei der Pharmabranche – hat seit 2007 mehr als zwei Dutzend solcher Transaktionen abgeschlossen und dafür mehr als 20 Mrd. Dollar ausgegeben oder zugesagt. Die Strategie steht im Gegensatz zu den kürzlich vereinbarten Megadeals Pfizer/Wyeth und Merck/Schering-Plough, die sich auf 68 beziehungsweise 41 Mrd. Dollar Kaufpreis summieren. Aber Ähnlich wie die Konkurrenten will auch Glaxo mit diesen Zukäufen das Produktportfolio vergrößern und die regionale Präsenz, insbesondere auch in Schwellenländern, ausbauen.

Für das Familienunternehmen Stiefel, das mit einem Jahresumsatz von zuletzt 900 Mio. Dollar den Angaben zufolge die weltweit größte unabhängige dermatologische Firma ist, zahlt Glaxo 2,9 Mrd. Dollar in bar. Hinzu kommen rund 400 Mio. Dollar Nettoschulden und weitere 300 Mio. Dollar in bar, die abhängig von der künftigen Entwicklung des Unternehmens sind. Der Kaufpreis bewegt sich mit dem Vierfachen des Umsatzes oberhalb von Pharmaübernahmen der vergangenen Monate, bei denen das Zwei- bis Dreifache des Umsatzes gezahlt wurde. Angaben zur Gewinnsitation von Stiefel, an der seit 2007 auch der Finanzinvestor Blackstone eine Minderheitsbeteiligung hält, machten die Unternehmen nicht.

Analyst Michael Leacock von der Royal Bank of Scotland bewertet den Kaufpreis dennoch als „bescheiden“ angesichts der Aussicht für Glaxo, zur Nummer eins im Bereich Dermatologie aufsteigen zu können. Auch Johnson & Johnson und der Schweizer Novartis-Konzern sollen für Stiefel geboten haben. Die Aktie von Glaxo bewegte sich gestern an der Börse in London nur wenig und lag nachmittags mit rund 0,7 Prozent im Plus. Glaxo will das Geschäft mit Salben und Hautpflegeprodukten, das zuletzt rund 550 Mio. Dollar Umsatz erwirtschaftete, über Stiefels spezialisiertes Vertriebssystem nach vorne bringen. Stiefel soll als Einheit innerhalb der GSK-Organisation bestehen bleiben.

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