Auch im Übrigen fallen die VFA-Daten und Prognosen eher verhalten aus. Das Umsatzwachstum von gut fünf Prozent wurde danach fast ausschließlich vom Exportgeschäft getragen. Die F+E-Ausgaben legten zwar um ebenfalls fünf Prozent zu, blieben damit aber erneut hinter dem globalen Branchentrend von plus zehn bis zwölf Prozent zurück.
Mehr als die Hälfte der Unternehmen erwartet nach VFA-Angaben für 2007 Umsatzeinbußen, und knapp die Hälfte der Firmen beabsichtige eine Reduktion von Forschungsausgaben im Inland. Gleichzeitig planten aber mehr als zwei Drittel der Unternehmen einen Ausbau von F+E im Ausland. Das ist aus Sicht der VFA-Geschäftsführerin letztlich auch Folge einer innovationsfeindlichen Gesundheitspolitik und verstärkter Restriktionen für patentgeschützte Medikamente. „Vor allem im Bereich F+E wäre viel mehr möglich in Deutschland“, so Frau Yzer, „wenn der Standort wirklich offen und innovationsfreundlich wäre.“
Wende in der Beschäftigung: Rund 3 000 neue Stellen hat die Pharmabranche 2006 laut VFA geschaffen. Die Verbandsfirmen beschäftigen damit rund 95 000 von insgesamt rund 113 000 Mitarbeitern in der Branche. Eine Trendwende deutet sich indessen für 2007 an. Zwei Drittel der Firmen rechnen laut VFA mit einem Arbeitsplatzabbau. Grund dafür sind vor allem Änderungen in den Vertriebsstrukturen und Fusionen. So wollen alleine Bayer (nach der Übernahme von Schering) und Nycomed (nach dem Kauf von Altana) zusammen mehr als 2 000 Stellen in Deutschland streichen.

