Pharmabranche
Johnson & Johnson spürt Generika-Konkurrenz

Johnson & Johnson übernimmt für eine Milliarde Dollar das Biotechnologieunternehmen Cougar. Außerdem hat der US-Pharmakonzern Quartalszahlen vorgelegt. Und die fielen etwas schlechter aus als erwartet.

HB NEW BRUNSWICK. Der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson (J&J) hat im zweiten Quartal die Auswirkungen der wachsenden Generika-Konkurrenz zu spüren bekommen. Zudem ließ ein stärker US-Dollar die Umsätze in Übersee schmelzen. In den zurückliegenden drei Monaten verdiente Johnson & Johnson 3,2 Mrd. Dollar und damit 3,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor, wie der Konzern am Dienstag in New Brunswick mitteilte. Dennoch gelang es dem Unternehmen, das neben Arzneimitteln auch medizintechnische Produkte und Konsum-Artikel wie Penaten-Creme oder Listerine-Mundwasser herstellt, die Erwartungen der Analysten zu übertreffen. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,15 Dollar um drei Cent über den durchschnittlichen Marktschätzungen. Das Papier des Dow-Mitglieds legte im frühen Handel um 0,29 Prozent auf 57,89 Dollar zu.

Der Konzernumsatz ging im zweiten Quartal um 7,4 Prozent auf 15,2 Mrd. Dollar zurück. Besonders deutlich fiel das Minus im der Pharmageschäft aus. Um 13,3 Prozent auf 5,5 Mrd. Dollar sanken die Erlöse in dieser Sparte. Johnson & Johnson erklärte dies neben Währungseffekten mit der Konkurrenz billigerer Nachahmermedikamente. Vor allem beim Epilepsie-Präparat Topamax und dem Psychopharmakum Risperdal bekam J&J dies zu spüren.

Johnson & Johnson steht mit dem Problem nicht alleine dar. Die gesamten Phramabranche hat damit zu kämpfen, dass ihre auslaufenden Patente die Generika-Konkurrenz beflügelt. Gleichzeitig fehlen den großen Pharmakonzernen ausreichend neue schlagkräftige Produkte. Das Unternehmen aus New Brundwick hat deshalb in den zurückliegenden Monaten kräftig zugekauft: Im Mai kündigte der Konzern die Übernahme von Cougar Biotechnology an, um sein Portfolio an Krebs-Medikamenten auszubauen. Anfang dieses Monats gab J&J dann den Einstieg beim irischen Arzneimittelhersteller Elan bekannt, mit dem sich der Konzern auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung verstärken will.

Ebenfalls mit Rückgängen zu kämpfen hatte im zweiten Quartal die Medzintechnik, deren Umsatz um 3,1 Prozent auf 5,9 Mrd. Dollar sank. Mit Konsumprodukten setzte J&J 3,9 Mrd. Dollar um und damit 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern seine Prognose und erwartet weiterhin einen Gewinn von 4,45 bis 4,55 Dollar je Aktie vor Sonderfaktoren.

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