Pharmabranche Merck-Familie steht trotz Rückschlägen hinter Pharmageschäft

Die Merck-Familie bekennt sich auch nach Jahren der Rückschläge zum Pharmageschäft. Es sei „eine der drei Säulen“ des Traditionsunternehmens.
Update: 03.05.2018 - 14:23 Uhr 1 Kommentar
Krebstherapie: Unternehmerfamilie Merck bekennt sich zum Pharmageschäft Quelle: dpa
Merck-Hauptsitz in Darmstadt

Die Eigentümerfamilie des Konzerns will am Pharma-Geschäft festhalten.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Eigentümerfamilie von Merck bekennt sich auch nach Jahren der Rückschläge zum Pharmageschäft des Darmstädter Traditionskonzerns. „Pharma ist eine unserer drei Säulen und wir stehen absolut dazu“, sagte der führende Vertreter der Merck-Familie, Frank Stangenberg-Haverkamp, am Donnerstag anlässlich des 350-jährigen Firmenjubiläums von Merck. „Ich glaube nicht, dass wir weitere Rückschläge, wie wir sie erlebt haben, nochmal erleben werden.“

Merck habe nun ein „hochprofessionelles Pharma-Management“ und selbst wenn die Krebsimmuntherapie Avelumab nicht der erhoffte Blockbuster werde, habe das Unternehmen noch „genügend andere hochinteressante Projekte in der Pipeline“.

Merck hat im Pharmageschäft eine lange Durststrecke hinter sich und musste in der Forschung mehrere Rückschläge verkraften. 2017 durften die Hessen dann mit dem Krebsmittel Avelumab, das unter dem Namen Bavencio vermarktet wird, erstmals seit neun Jahren wieder ein neues Medikament auf den Markt bringen. Von der Krebsimmuntherapie soll in Zukunft ein Großteil der neuen Pharma-Umsätze von Merck kommen.

Viel hängt davon ab, wie effektiv Avelumab bei Lungenkrebs sein wird – der weltweit häufigsten Krebsart. Das steht aber noch in den Sternen. Bislang ist das Mittel zur Behandlung einer seltenen und aggressiven Form von Hautkrebs und von Blasenkrebs zugelassen.

Dass Merck trotz der Rückschläge nicht der Geduldsfaden im Pharmageschäft riss, ist vor allem der Merck-Familie geschuldet, die hinter dem Unternehmen steht. Die Nachfahren von Friedrich Jacob Engel, der 1668 mit dem Kauf der Engel Apotheke in Darmstadt die Keimzelle für den weltweit ältesten Arzneimittelhersteller legte, halten bis heute eine Mehrheit von rund 70 Prozent.

Merck sei und bleibe ein Konzern mit verschiedenen Unternehmensbereichen, betonte der Vorsitzende des Gesellschafterrates der Merck-Familie, Johannes Baillou. „Die Familie hat de facto ihr gesamtes Vermögen in dieses Unternehmen investiert, daher ist ein Risikoausgleich von uns erforderlich.“

Stangenberg-Haverkamp betonte, die Familie stehe fest hinter Merck, das Unternehmen sei nicht käuflich. Sollte sich aber einmal eine „absolute Gelegenheit“ ergeben, sei die Familie durchaus bereit, ihren Anteil abzusenken, um Fremdaktionäre aufzunehmen. „So eine Gelegenheit haben wir aber noch nicht gefunden und wir suchen auch nicht aktiv.“ Die Familie sei noch bis 2030 per Vertrag an das Unternehmen gebunden und wolle diesen um weitere zehn Jahre verlängern.

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  • Herr Frank Stangenberg-Haverkamp ist Vorsitzender des Familienrates des deutschen Pharma- und Chemiekonzerns Merck.

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