Pharmabranche
Merck kauft Unfruchtbarkeits-Firma

Merck geht trotz des schwierigen Umfeldes auf Einkaufstour: Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern übernimmt die dänische Firma Medicult. Das Unternehmen verkauft unter anderem Produkte zur Spermienaufbereitung.

HB FRANKFURT. Merck will sein Geschäft mit Arzneien gegen Unfruchtbarkeit durch die Übernahme von Medicult stärken. Merck bietet umgerechnet 44 Mio. Euro oder 13,50 norwegische Kronen je Aktie für die Gesellschaft, die unter anderem Nährlösungen und Produkte zur Spermienaufbereitung vertreibt, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Damit übertrumpft Merck die Offerte des schwedischen Unternehmens Vitrolife, das im Rahmen eines Aktientausches 12,76 Kronen geboten hatte.

Die Anteilsscheine von Medicult, die an der Börse in Oslo notiert sind, schossen nach der Ankündigung um mehr als 21 Prozent in die Höhe. Die im Dax notierten Merck-Aktien legten ein Prozent zu. Die Reproduktionstechniken von Medicult passten strategisch gut zum Fruchtbarkeitsgeschäft von Merck, urteilte die DZ Bank. Dazu gehört bei den Darmstädtern etwa das Mittel Gonal-f zur Behandlung der Unfruchtbarkeit bei Frauen.

Merck bietet einen Aufschlag von 65 Prozent auf den Schlusskurs der Medicult-Aktie vom 13. Januar - den Tag, bevor Vitrolife ihr Übernahmeangebot veröffentlicht hatten. Gemessen am Schlusskurs vom Freitag liegt der Aufschlag bei 27 Prozent. Merck will die Übernahme mit eigenen Finanzmitteln und Kreditlinien stemmen.

Das Direktorium das 1987 gegründeten dänischen Unternehmens unterstützt die Kaufofferte von Merck. Medicult-Aktionäre, auf die zusammen 16,10 Prozent des Aktienkapitals entfielen, hätten schon ihre Zustimmung signalisiert. Das Unternehmen kam im vergangenen Jahr auf einen Jahresumsatz von 203,2 Million dänische Kronen (umgerechnet etwa 27,3 Mio. Euro) und auf einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 25,3 Million (3,4 Mio. Euro) dänische Kronen.

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