Pharmabranche: Merck will AZ-Übernahme retten

Pharmabranche
Merck will AZ-Übernahme retten

Bisher geben nur wenige Aktionäre der britischen Spezialchemiefirma AZ Electronic Materials ihre Anteile an den Übernahmeinteressenten Merck ab. Doch die Darmstädter wollen noch nicht aufgeben.
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FrankfurtDas Übernahmeangebot des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck für die britische Spezialchemiefirma AZ Electronic Materials hat bislang nicht den erhofften Anklang gefunden. Deshalb verlängerte Merck am Donnerstag die Offerte um zwei Wochen bis zum 5. Februar. Bisher haben nur Halter von 39,80 Prozent des Aktienkapitals das Kaufangebot von 403,5 Pence je Aktie angenommen – eigentlich peilt Merck eine Annahmequote von 95 Prozent an. „Das ist ein gutes Angebot und wir sind zuversichtlich, die Schwelle von 95 Prozent noch zu erreichen“, sagte ein Sprecher auf die Frage, ob Merck seine Offerte erhöhen könnte. Die Anleger an der Börse hegten offensichtlich auch keine Hoffnungen in dieser Richtung: Die AZ-Aktien notierten zu Handelsbeginn leicht im Minus bei 392,1 Pence. Das ursprüngliche Angebot war am Mittwoch ausgelaufen. Die Merck-Titel lagen kaum verändert bei 135,35 Euro.

Merck und AZ hatten die Übernahmepläne Anfang Dezember angekündigt. Insgesamt bietet der Darmstädter Konzern rund zwei Milliarden Euro für AZ – eine ehemalige Hoechst-Tochter, die unter anderem Komponenten für Apples iPad liefert. Das AZ-Management unterstützt das Angebot. Beide Unternehmen erhoffen sich durch den Zusammenschluss noch mehr Geschäfte mit Elektronikriesen wie Samsung oder Sony. Die US-Wettbewerbsbehörden hätten die Transaktion bereits genehmigt, sagte ein Merck-Sprecher. Der Konzern könne mit der aktuellen Annahmequote gut leben. Nach britischem Übernahmerecht könnte Merck die Übernahmeschwelle noch senken. Finanzchef Matthias Zachert hatte aber bei der Ankündigung des Deals betont, die Offerte liege gut 40 Prozent über dem Durchschnittskurs der AZ-Aktie der vergangenen drei Monate: „Wir sehen das als einen fairen Preis an und setzen die 95 Prozent deshalb als ganz klare Bedingung.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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