Pharmabranche
Merckle plant Verkauf von Generika-Hersteller Mepha

Die Merckle-Familie will sich voraussichtlich vom Schweizer Generikahersteller Mepha trennen. Seit die Unternehmensgruppe durch spekulative Börsengeschäfte in Schieflage geraten ist, sucht sie dringend frisches Kapital. Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis soll bereits Interesse an einer Übernahme des Generikaherstellers angemeldet haben.

FRANKFURT. Die Merckle-Familie plant offenbar den Verkauf der Mepha Group. Der größte Schweizer Generikahersteller gehört der Unternehmerfamilie und steht nach Angaben aus informierten Kreisen zum Verkauf. Ein möglicher Käufer sei Frankreichs größter Pharmakonzern Sanofi-Aventis SA, hieß es weiter.

Bei einer Auktion für den Verkauf des Unternehmens in wenigen Wochen wird mit einem Erlös von etwa 500 Mio. Franken (329 Mio. Euro) gerechnet. Nach Unternehmensangaben erzielte Mepha im vergangenen Jahr einen Umsatz von 379 Mio. Franken und beschäftigt weltweit 600 Mitarbeiter. Mepha stellt vor allem Mittel zur Behandlung von Malaria, Bluthochdruck und Krebs her.

Generika seien ein Bereich mit niedrigen Margen, der Markt befinde sich in einer Konsolidierungsphase, sagte Michael Nawrath, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank in Zürich. Große Pharmahersteller erwerben Generika-Anbieter als ob es sie morgen nicht mehr gäbe, erklärte Nawrath weiter. Auch er beurteilt Sanofi als einen der größten Käuferkandidaten.

Die in Aesch im Kanton Basel-Land ansässige Gesellschaft bestätigte, "einen Transaktionprozess" eingeleitet und Rothschild als Berater beauftragt zu haben. Weitere Details und Informationen dazu würde man derzeit nicht gegeben, teilte ein Unternehmenssprecher gestern mit. Auch ein Rothschild-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Der Verkauf von Mepha dürfte noch vor der Veräußerung des größeren deutschen Generikaherstellers Ratiopharm GmbH, ebenfalls Teil des Merckle-Firmenimperiums, über die Bühne gehen, hieß es aus informierten Kreisen weiter.

Ludwig Merckle veräußert derzeit Unternehmensteile und trennt sich von Geschäften in den Bereichen Pharma, Maschinenbau und Zement. Merckle ist dringend auf frisches Kapital angewiesen. Die Unternehmensgruppe ist verschuldet und nach spekulativen Börsengeschäften im vergangenen Jahr in Schieflage geraten. Daraufhin hatte das Familienoberhaupt, Adolf Merckle, im Januar Selbstmord begangen.

Sanofis Vorstandsvorsitzender Chris Viehbacher hatte in der Vergangenheit erklärt, Wachstum im Generikageschäft sei eine Priorität des Pharmakonzerns. Zuletzt äußerte Viehbacher in einem Interview, dass weitere "passende" Akquisitionen in den nächsten Monaten geplant seien. Darunter seien "klar" auch Überlegungen im Hinblick auf Zukäufe in Europa. Gestern lehnte ein Sanofi-Sprecher eine Stellungnahme ab. Nach Zukäufen ist Sanofi mittlerweile weltweit der achtgrößte Generikahersteller. Zuletzt erwarben die Franzosen den tschechischen Anbieter Zentiva NV, Medley SA in Brasilien, den mexikanischen Anbieter Laboratorios Kendrick und BiPar Sciences aus Kalifornien. Bloomberg

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