Pharmabranche
Morphosys ist für 2009 skeptisch

Der Antikörper-Spezialist Morphosys wird im laufenden Geschäftsjahr wegen des Ausbaus seiner Forschung einen Gewinnrückgang verbuchen. Wegen der geplanten Verdoppelung der Kosten für die Technologie- und Produktentwicklung stellte das Management ein Betriebsergebnis von acht bis elf Millionen Euro in Aussicht.

HB MARTINSRIED. 2008 konnte Morphosys das Betriebsergebnis auf 16,4 Mio. Euro mehr als verdoppeln. In den nächsten Jahren soll der Umsatz um zehn bis 20 Prozent wachsen. Für 2009 strebt die im TecDax notierte Gesellschaft, die unter den deutschen Biotech-Unternehmen zu den wenigen gehört, die einen Gewinn ausweist, einen Umsatzanstieg auf 80 bis 85 Mio. Euro an.

"Wir befinden uns ungeachtet der Finanz- und Wirtschaftskrise in einer starken Position und blicken mit Zuversicht in die Zukunft", sagte Moroney am Donnerstag. Morphosys sei gut positioniert, um seine Aktivitäten als Medikamentenentwickler weiter auszubauen, sagte Entwicklungsvorstand Arndt Schottelius. Morphosys strebe bei Gelegenheit die Übernahme passender Firmen wie auch den Kauf von Arzneimittelkandidaten an. Morphosys verfüge über einen operativen Cash-flow von 29 Mio. Euro und sei mit über 130 Mio. Euro an liquiden Mitteln in der Krise gut aufgestellt.

An der Börse verteuerte sich die Aktie zuletzt um 3,40 Prozent auf 15,20 Euro. Der TecDax notierte zur selben Zeit 1,18 Prozent höher bei 448,85 Punkten. Morphosys-Papiere hatten das Krisenjahr 2008 mit einem Kursgewinn von 16 Prozent abgeschlossen. Weiteres Potenzial mit Kursen um 27 Euro traut Analyst Martin Possienke von equinet dem Morphosys-Papier zu. Morphosys sei dafür bekannt, beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) einen vorsichtigen Ausblick zu geben, der später übertroffen würde.

Unter dem Strich wies die 1992 gegründete Firma einen Gewinnanstieg auf 13,2 Mio. Euro (VJ: 11,5) aus. Der Umsatz erhöhte sich auf 71,6 Mio. Euro (VJ: 62) und lag damit sowohl unter der Markterwartung, wie auch unter Morphosys eigener Prognose von 73 bis 76 Mio. Euro. Auf Grundlage konstanter Wechselkurse hätten sich die Umsätze auf 73,1 Mio. Euro belaufen. 2008 seien 39 Mitarbeiter eingestellt worden und auch 2009 will Morphosys die Mitarbeiterzahl vor allem in Martinsried um 40 erhöhen. Ende 2008 wurden weltweit 334 Mitarbeiter beschäftigt.

Morphosys will die bisherigen Sparten - Therapeutische Antikörper und Forschungsantikörper - um ein drittes Segment für die firmeneigene Produkt-Pipeline ausbauen. Das zukünftige Wachstum und die eigene Produktentwicklung will Morphosys auch mit einer Verdoppelung seiner Investitionen für die Produktentwicklung auf 18 bis 20 Mio. Euro sicherstellen. Am weitesten fortgeschritten unter den eigenen Projekten sei MOR 103 gegen rheumatische Erkrankungen. Der größte Bereich (Therapeutische Antikörper TAB) habe 75 Prozent der Konzernerlöse erwirtschaftet. Mit dem kleineren Segment der Forschungsantikörper AbD erreichte Morphosys erstmals die Gewinnzone.

Das Umsatzwachstum von MorphoSys resultierte 2008 überwiegend aus höheren Forschungszahlungen und Lizenzgebühren. MorphoSys unterhält Allianzen mit Pharmakonzernen wie Novartis oder auch Pfizer und Roche. Morphosys hatte im Dezember 2007 mit Novartis eine der größten Forschungskooperation in der Biotechnologiebranche unterzeichnet und erwartet daraus jährlich einen Umsatz von 40 Mio. Euro, plus Meilensteinzahlungen und Tantiemen.

Für die firmeneigene und die mit Partnern aufgebaute Pipeline würden bis Ende 2009 bis zu acht Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung erwartet, von denen sich mindestens drei Antikörper in Phase-2-Studien befinden könnten. Im Rahmen seiner Partnerschaften verfolgt Morphosys mehr als 50 aktive therapeutische Antikörperprogramme gegen Krankheiten wie Alzheimer, Krebs oder auch Entzündungen.

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