Pharmabranche
Neue Diabetes-Mittel sorgen für Wettbewerb

Der Markt für Diabetes-Medikamente gerät in Bewegung. Die Pharmakonzerne Astra-Zeneca und Bristol-Myers Squibb regen den Wettbewerb an. Jetzt erhielten sie die Zulassung für ihren Wirkstoff Onglyza. Experten glauben, dass das Mittel ältere Präparate verdrängen könnte.

FRANKFURT. Die Pharmakonzerne Astra-Zeneca und Bristol-Myers Squibb (BMS) haben im Wettbewerb um den 27 Mrd. Dollar großen Weltmarkt für Diabetesmedikamente eine neue Runde eingeläutet. Am Montag erhielten sie von der europäischen Arzneimittelbehörde Emea die Zulassung für ihren Wirkstoff Onglyza, der nun in Deutschland als erstem Markt in Europa eingeführt wird.

Branchenkenner geben der Neuentwicklung Chancen, ältere Diabetespräparate zu verdrängen und das Marktwachstum anzuschieben. Den Spitzenumsatz sehen einige Analysten bei mehr als drei Mrd. Dollar. Allerdings dürfte es für die Marketingexperten der beiden Pharmariesen darauf ankommen, gleichermaßen die Ärzte und die Gesundheitsbehörden von ihrem vergleichsweise hochpreisigen Wirkstoff zu überzeugen.

Onglyza ist der dritte Vertreter einer neuen Klasse von Diabetesmedikamenten. Diese ahmen die Wirkung bestimmter Darmhormone nach und beeinflussen auf diese Weise die Insulinproduktion im Körper. Pionierarbeit bei den sogenannten DPP-4-Inhibitoren leistete der US-Konzern Merck & Co mit dem bereits seit 2007 zugelassenen Mittel Januvia. Wenig später folgte Novartis mit einem ähnlichen Medikament. Weitere DPP-4-Blocker befinden sich bei Boehringer Ingelheim, Takeda und Roche in der Entwicklung.

Pharmaexperten trauen es diesen Substanzen zu, dass sie mittelfristig ältere Diabetesmittel verdrängen, insbesondere Sulfonylharnstoffe (wie Glimeprid, Amaryl) und Insulin-Sensitizer/Glitazone (Avandia, Actos). Damit könnten sie zur wichtigsten Ergänzung für das Standardmittel Metformin werden. "Die DPP-4-Inhibitoren zeichnen sich gegenüber diesen Mitteln durch eine bessere Verträglichkeit aus", so der Heidelberger Pharmakologe Ulrich Schwabe. Er schließt nicht aus, dass die neuen Wirkstoffe auch den Einsatz von Insulinen bremsen könnten, verweist zugleich aber darauf, dass bisher noch keine Langfrist-Erfahrungen mit den Mitteln vorliegen.

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