Pharmabranche
Pharmariesen kennen keine Krise

Anfang des Jahres schienen die Aussichten noch eher bescheiden. Doch seither hat sich das Umfeld für die Pharmaindustrie stetig aufgehellt. Neue Märkte und das Geschäft mit der Schweinegrippe verleihen der Branche zu einem unverhofften Schwung.
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Frankfurt. Die Branche dürfte 2009 ein gutes Stück besser abschneiden als ursprünglich erwartet und als einer der wenigen Industriesektoren sowohl steigende Umsätze als auch höhere Erträge ausweisen.

Als letzte unter den großen Herstellern warteten am Freitag Sanofi-Aventis und die japanische Takeda mit überraschend soliden Zahlen für das dritte Quartal auf. Sanofi-Aventis meldete für die letzten drei Monate ein beschleunigtes Umsatzwachstum von sechs Prozent auf 7,4 Mrd. Euro und einen Anstieg des bereinigten Nettogewinns von 16 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr stellt der Konzern jetzt ein Gewinnplus von elf Prozent in Aussicht. Seine Prognose für 2009 hat der Konzern damit abermals angehoben, ähnlich wie zuvor bereits sämtliche US-Pharmakonzerne sowie die europäischen Konkurrenten Novartis, Roche, Astra-Zeneca und Novo Nordisk.

Eine Ausnahme in diesem Umfeld bilden lediglich die deutschen Branchenvertreter Bayer und Merck, die ihre Ertragsziele beibehalten haben. Nach relativ starker Performance in den Vorjahren hat sich bei ihnen das Pharma-Wachstum in den letzten Quartalen verlangsamt.

Preiserhöhungen auf dem US-Markt helfen

Die ansonsten fast durchgängige Erhöhung der Prognosen erscheint umso bemerkenswerter, als das Gros der Branche zur Jahresmitte ihre Ziele schon einmal nach oben korrigiert hatte. Befürchtungen vieler Branchenvertreter, Umsatz- und Ertragswachstum könnten sich weiter abflachen und möglicherweise sogar in Stagnation münden, scheinen sich damit - zumindest vorerst - nicht zu bestätigen. Auf Basis der Neunmonatszahlen zeichnet sich vielmehr ein Anstieg der Betriebsgewinne von durchschnittlich mehr als zehn Prozent ab, wobei allerdings auch der Wegfall von Sonderbelastungen und Akquisitionen eine Rolle spielt.

Die Pharmaumsätze lagen auf Dollarbasis in den ersten neun Monaten zwar zwei Prozent niedriger als im Vorjahr, bereinigt um Währungseffekte dürften sie aber mehr als vier Prozent gewachsen sein. Die Zahlen von Big Pharma bestätigen insofern die revidierten Schätzungen von Marktforschern. Die US-Firma IMS-Health etwa hatte vor wenigen Wochen ihre Wachstumsprognose für den Fünfjahreszeitraum bis 2013 um einen Punkt auf vier bis sieben Prozent angehoben.

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