Pharmabranche
Roche will Genentech zügig integrieren

Roche hat wegen der Integration des US-Biotechnologiekonzerns Genentech in den ersten sechs Monaten deutlich weniger verdient als erwartet. Im tatsächlichen Geschäft läuft es allerdings gut. Roche geht davon aus, dass 2009 besser werden wird als bisher angenommen.

FRANKFURT. Hoher Sonderaufwand im Zusammenhang mit der Komplettübernahme von Genentech haben dem Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche belastet: Im ersten Halbjahr sank der Gewinn um 29 Prozent auf rund vier Mrd. Franken (2,7 Mrd. Euro). Zugleich lief das operative Geschäft dank starker Nachfrage nach den Krebs- und Grippemedikamenten des Konzerns besser als erwartet. Allein der Umsatz mit dem Grippemittel Tamiflu verdreifachte sich auf eine Mrd. Franken. Der Konzernumsatz legte um neun Prozent auf 24 Mrd. Franken zu, der operative Gewinn um 13 Prozent auf knapp acht Mrd. Franken.

Ähnlich wie zuvor einige andere Arzneimittelhersteller hat daher auch Roche gestern die Prognosen für die operative Performance im Gesamtjahr angehoben. Ziel ist nun ein hohes einstelliges Wachstum im Pharmageschäft und ein zweistelliges Plus beim bereinigten Gewinn. Zugleich stellte Firmenchef Severin Schwan in Aussicht, dass die Integration des amerikanischen Biotech-Konzerns Genentech schneller verlaufen werde als erwartet.

Die als Folge der Übernahme aufgelaufene Verschuldung will der Konzern bis 2010 um ein Viertel und bis 2015 komplett tilgen, ohne dabei von der bisherigen Dividendenpolitik abzurücken. Das Synergie-Ziel wurde um ein Sechstel auf rund eine Mrd. Franken Kostenentlastung pro Jahr erhöht – Perspektiven, die den Roche-Titeln an der Börse gestern ein Kursplus von mehr als drei Prozent bescherten.

Der Baseler Konzern war bisher bereits mit 56 Prozent an Genentech beteiligt. Um sich die komplette Kontrolle zu sichern, kaufte Roche im März die restlichen Anteile für insgesamt 52,7 Mrd. Franken (35 Mrd. Euro) in bar, was deutliche Spuren im Halbjahres-Abschluss des Pharmariesen hinterlassen hat: Die bisherige Netto-Cash-Position wandelte sich in eine Netto-Finanzverschuldung von 32,5 Mrd. Franken, die Eigenkapitalquote reduzierte sich von bisher 70 auf sieben Prozent. Das reguläre Finanzergebnis verschlechterte sich infolge der Finanzierungkosten allein im ersten Halbjahr 2009 um knapp 800 Mio. Franken. Ferner verbuchte Roche 2,4 Mrd. Franken an Sonderaufwand und Integrationskosten.

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