Pharmabranche
Roche will Pharma und Diagnostik weiter ausbauen

Pharma geht auch in der Krise - eigentlich. Aber der Schweizer Pharmakonzern Roche geht gibt sich bei seinem Ausblick dennoch zurückhaltend. Am Ziel, die Marktanteile auszubauen, hält das Unternehmen allerdings fest.

BASEL. Der Pharmakonzern Roche ist über den Kompletterwerb seiner US-Mehrheitsbeteiligung Genentech hinaus weiterhin an kleinen und mittelgroßen Zukäufen interessiert. Das machte Firmenchef Severin Schwan gestern bei Bilanzvorlage deutlich. Allerdings gehe es dabei ausschließlich um eine Stärkung der bestehenden Arbeitsgebiete Pharma- und Diagnostik. Eine Diversifikation in andere Bereiche oder eine Teilnahme an der Branchenkonsolidierung – etwa nach dem Vorbild der Übernahme von Wyeth durch Pfizer - komme nicht in Betracht, so Schwan.

Dessen ungeachtet demonstriert der Baseler Konzern mit seiner Strategie erhebliches Selbstvertrauen in die eigene Finanzkraft. Denn alleine der geplante Kauf der restlichen 44,2 Prozent an Genentech wird mehr als 42 Mrd. Dollar kosten und die vorhandene Netto-Liquidität von Roche um fast 30 Mrd. Dollar übersteigen. Roche hatte nach erfolglosen Verhandlungen mit dem unabhängigen Genentech-Management Ende der vergangenen Woche ein öffentliches Übernahmeangebot für die außenstehenden Aktien von Genentech angekündigt. Zum weiteren Vorgehen und dem Stand der Finanzierung wollte sich das Management des Baseler Konzerns gestern nicht äußern.

Zuversicht bezieht man beim fünft größten Arzneimittelhersteller der Welt vor allem aus der weiterhin sehr soliden Performance des Pharmageschäfts sowie aus einer Produktpalette, die stark auf Biotechprodukte ausgerichtet ist und in den nächsten Jahren extrem wenig Patentabläufe zu verkraften hat.

Für 2009 stellt das Roche-Management allerdings nur ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich und einen stabilen Gewinn je Aktie in Aussicht – eine Prognose, die gestern an der Börse für herbe Enttäuschung sorgte, ebenso wie die Zahlen für 2008. Roche-Titel gaben zeitweise um mehr als neun Prozent nach und erlebten damit ihren stärksten Einbruch seit Jahren. Für 2008 weist der Baseler Konzern einen Umsatzrückgang um ein Prozent auf 46,1 Mrd. Franken (rund 29 Mrd. Euro) aus.

Der Nettogewinn sank um fünf Prozent auf 10,8 Mrd. Franken (6,9 Mrd. Euro). Eine maßgebliche Rolle spielten dabei allerdings die Aufwertung des Franken, Ertragsschwächen in der Diagnostiksparte sowie die vorprogrammierten Einbußen im Geschäft mit dem Grippemittel Tamiflu, das nach dem Auslaufen von staatlichen Großaufträgen zur Pandemievorsorge gut zwei Drittel an Umsatz verlor. Klammert man den Währungseffekt sowie Tamiflu aus, legte der Konzernumsatz nach Angaben von Roche um rund ein Zehntel, der Gewinn je Aktie um etwa zwei Prozent zu.

Die Erwartungen des Marktes verfehlte der Pharmakonzern damit allerdings noch um etwa vier Prozent. Viele Analysten hatten mit einer besseren Margen-Entwicklung und geringeren Währungseffekten gerechnet. Enttäuscht zeigten sie sich ferner von Umsatzeinbußen im Geschäft mit Diabetes-Testgeräten. Die Gewinnprognose für 2009 sei „sehr konservativ“, so Andreas Theisen von der WestLB.

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