Pharmabranche
Sanofi-Aventis schwächt Europa

Die Vertreter der Pharmabranche glämzen weiter mit überzeugenden Zahlen: Sanofi-Aventis kann den Gewinn kräftig steigern und hebt sogar die Jahresprognose an. Lediglich der Antikörper-Spezialist Morphosys tanzt aus der Reihe. Hier lassen hohe Forschungsausgaben den Gewinn schrumpfen.

PARIS. Der französische Pharma-Konzern Sanofi-Aventis will seine Produktion in Niedriglohnländer verlagern. „Wir können nicht unsere Produkte in Frankreich herstellen und in Indien verkaufen“, sagte Konzern-Chef Christopher Viehbacher dem Handelsblatt. Rund 47 Prozent seiner Medikamente verkaufe Sanofi in Märkten der südlichen Hemisphäre, stelle aber nur 37 Prozent dort her.

Werkschließungen in Europa, etwa in Deutschland, soll es aber nicht geben. In Europa werde das Mengenwachstum abflachen, aber einen Einbruch erwarte er nicht, sagte Viehbacher. Die Tendenz ist aber klar: Ausbau der Produktion in Wachstumsmärkten und bestenfalls Stagnation in den europäischen Stammwerken. Allein damit will der Pharma-Riese pro Jahr seine Produktionskosten um zwei Prozent pro Jahr senken. Seit der feindlichen Übernahme von Aventis durch Sanofi im Jahr 2004 hat der Konzern bereits 14 Werke weltweit geschlossen oder verkauft.

Der Deutsch-Kanadier hat im Februar als neuer CEO bei Sanofi-Aventis in Paris angeheuert, um den Konzern durch ein Wachstumstal zu führen. Bis zum Jahr 2012 läuft der Patentschutz von vier der zehn umsatzstärksten Medikamente ab, wie etwa beim Blutverdünner Plavix oder beim Herzmittel Aprovel. Viehbacher soll Wege finden, den damit verbundenen Umsatzrückgang um 20 Prozent bis 2012 auszugleichen.

Seine Strategie: Statt wie sein geschasster Vorgänger Gérard Le Fur nur auf die Entwicklung neuer Medikamente zu setzen, will Viehbacher mit mehreren Geschäftsfeldern das Loch füllen. Diese „Wachstumsmotoren“, wie er sie nennt, sind bei den Produkten: Impfstoffe, Diabetes-Mittel wie Lantus, verschreibungsfreie Medikamente und neue selbstentwickelte Medikamente. Dazu soll mehr Absatz in Schwellenländern kommen. „Das Wachstum dieser fünf Bereiche reicht aus, um zwei Drittel des Umsatzrückgangs zu kompensieren“, meint Viehbacher.

Den verbleibenden Einnahme- und Gewinnausfall will er mit einem Sparplan auffangen: Ab 2013 sollen die Kosten pro Jahr um zwei Milliarden Euro geringer sein. „Die angestrebten Einsparungen stammen zu je einem Viertel aus den Bereichen Produktion, Forschung, Vertrieb und Verwaltung“, präzisiert der Sanofi-Chef. Auf diese Weise soll es gelingen, den Gewinn je Aktie im Jahr 2013 auf dem Niveau des Jahres 2008 zu halten.

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