Pharmabranche
Sanofi-Aventis stärkt sich im Impfstoff-Geschäft

Der Pharmakonzern übernimmt den indischen Anbieter Shantha für rund 550 Millionen Euro und setzt damit die Serie von Zukäufen fort, um weniger abhängig zu werden vom Absatz selbst entwickelter Medikamente. Sanofi-Aventis muss bis 2012 den Ablauf des Patentschutzes von vier seiner zehn umsatzstärksten Medikamente verkraften.

PARIS. Der Pharmakonzern Sanofi-Aventis treibt seine Diversifikation voran. Das französische Unternehmen will 80 Prozent des indischen Impfstoffherstellers Shantha Biotechnis von der französischen Holding Mérieux Alliance übernehmen, wie beide Unternehmen gestern ankündigten. Die Transaktion bewerte Shantha mit 550 Mio. Euro. Der indische Pharmahersteller wird in diesem Geschäftsjahr nach eigenen Angaben einen Umsatz von 90 Mio. Dollar erwirtschaften.

Shantha ergänze das Angebot von Sanofi Pasteur, der Impfstofftochter Sanofis, mit seinen neuen Medikamenten in der Entwicklung, sagte Konzernchef Christopher Viehbacher. Shantha sei in Indien der erste Anbieter eines Impfstoffs gegen Hepatitis B auf Basis genmanipulierter Moleküle. Das Unternehmen habe zahlreiche weitere Wirkstoffe in der Entwicklung, die gute Aussichten auf Zulassung durch die Weltgesundheitsorganisation hätten, um bei UNO-Programmen eingesetzt zu werden, hieß es.

"Auf den ersten Blick ist das sicher nicht billig, aber Shantha hat eine gute Marktstellung in aufstrebenen Volkswirtschaften und Sanofi zahlt hier sicher für die künftigen Absatzperspektiven", kommentierte Sébastian Berthon, Pharma-Analyst des Brokers Exane-BNP-Paribas. Der Kurs der Sanofi-Aktie rührte sich am Montag kaum von der Stelle.

Der neue Zukauf fügt sich nahtlos in die von Viehbacher ausgegebene Strategie ein: Er will den Pharma-Riesen weniger abhängig machen vom Absatz selbst entwickelter Medikamente. Denn deren Entwicklung verschlingt Milliarden - und der Markterfolg ist keineswegs sicher.

Der Pharmakonzern, der im Jahr 2004 aus der feindlichen Übernahme von Aventis durch Sanofi entstanden ist, muss bis 2012 den Ablauf des Patentschutzes von vier seiner zehn umsatzstärksten Produkte verkraften. Dennoch hat Viehbacher den Anlegern versprochen, den Gewinn pro Aktie bis zum Jahr 2013 stabil zu halten. Um das zu schaffen, will Viehbacher den Konzern, den er seit Dezember 2008 leitet, auch durch Zukäufe breiter aufstellen: Der Deutsch-Kanadier will das Geschäft mit Impfstoffen, Nachahmer-Medikamenten (Generika) und auch mit Tiergesundheit stärken. Ferner soll Sanofi-Aventis mehr Umsatz in aufstrebenen Volkswirtschaften erzielen. Die Shantha-Übernahme stärkt Sanofi nun gleich doppelt: Im Impfstoff-Geschäft und in seiner Position in Schwellenländern.

Seite 1:

Sanofi-Aventis stärkt sich im Impfstoff-Geschäft

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%