Pharmabranche
Sanofi in Shopping-Laune

Der Pharmakonzern Sanofi will weitere Generika-Hersteller zukaufen - in diesem Segment sieht Sanofi noch Nachholbedarf. Und die Kriegskasse ist gut gefüllt.

HB LONDON. Der neue Chef des französischen Pharmakonzerns Sanofi-Aventis, Chris Viehbacher, plant weitere Zukäufe von Generika- Herstellern. Zudem wolle er die Tiermedizin-Sparte sowie den Bereich für Pflegeprodukte ausbauen, sagte Viehbacher der "Financial Times" (Montag). "Wir müssen in diesen Bereichen unsere Kompetenz verbessern." Dagegen halte er vom in der Branche weit verbreiteten Auslagern der Produktion nichts. "Das ist eine Kernkompetenz, mit der wir wettbewerbsfähig sind", erklärte Viehbacher.

Sanofi habe das Geld und den Wunsch, seine Angebotspalette und seine geografische Verbreitung zu vergrößern. Die Wahrscheinlichkeit einer Groß-Akquisition spielte er aber herunter. "Ich schließe nichts aus. Je größer aber eine Übernahme ist, desto schwieriger wird es, dass es sich lohnt", sagte Viehbacher. Mit der Strategie, Generikafirmen zu übernehmen, unterscheidet sich Sanofi von der Konkurrenz. GlaxoSmithKline und Pfizer setzen auf Partnerschaften mit den Herstellern, indem sie etwa Lizenzen abgeben. Sanofi hatte zuletzt das tschechische Unternehmen Zentiva sowie kleine Hersteller von Nachahmerprodukten in Mexiko und Brasilien gekauft.

Im Tiermedizingeschäft betreibt Sanofi derzeit das Gemeinschaftsunternehmen Merial mit der amerikanischen Merck & Co. Im Zusammenhang mit der Übernahme von Schering-Plough prüft Merck derzeit die Zukunft der Sparte und will sich möglicherweise davon trennen. Ob Sanofi Interesse habe, den Anteil zu übernehmen, ließ Viehbacher offen. Am Wochenende hatte die "Financial Times" berichtet, dass Merck & Co und Sanofi sich derzeit von Investmentbanken beraten ließen und bereits in fortgeschrittenen Gesprächen über die Zukunft Merials seien. Eine Entscheidung könnte in den kommenden Wochen fallen.

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