Pharmabranche
Starker Dollar bremst Novartis

Der Schweizer Novartis-Konzern ist seit Jahresbeginn vor allem im Pharmageschäft kräftig gewachsen. Das in Dollar bilanzierende Unternehmen wird aber wie die amerikanischen Konkurrenten vom starken Dollarkurs gebremst. Der Umsatz verringerte sich von Januar bis März um zwei Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar.

FRANKFURT. In lokalen Währungen gerechnet ist Novartis um acht Prozent gewachsen. Der Reingewinn sank um 14 Prozent auf knapp zwei Mrd. Dollar. Hier belasteten auch die Finanzierungkosten für die milliardenschwere Beteiligung an dem Augenmittelhersteller Alcon.

Der Dollar notierte im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber dem Euro rund zwölf Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals. Falls sich die Wechselkurse auf diesem Niveau halten sollten, könnten sie nach Einschätzung des Konzerns die angestrebten Ertragsverbesserungen mehr als aufheben. Ohne Währungseffekte gerechnet will Konzernchef Daniel Vasella im laufenden Jahr wiederum Rekordwerte bei Nettoumsatz und Gewinn erwirtschaften.

Mit seinen Zahlen lag der Novartis-Konzern über den Erwartungen der Analysten. Nach Bekanntgabe der Zahlen stiegen die Aktien in Zürich um 3,85 Prozent auf 43,20 Franken. „Der Gewinn ist signifikant besser ausgefallen als erwartet“, sagte Helvea-Analyst Karl-Heinz Koch der Nachrichtenagentur Bloomberg.

In seinem wichtigsten Geschäftsbereich Pharma will Novartis in diesem Jahr zwischen fünf und neun Prozent zulegen. Damit liegen die Schweizer deutlich über dem vom Marktforschungsinstitut IMS Health weltweit erwarteten Marktwachstum. Das Institut hat gestern seine Prognose für das laufende Jahr um zwei Prozentpunkte nach unten korrigiert, und geht jetzt noch von einer Zuwachsrate zwischen 2,5 und 3,5 Prozent aus.

„Zu den bekannten Faktoren, die das Marktwachstum behindern, wie Patentausläufe und zu wenig innovativer Nachschub kommt nun der Wirtschaftsabschwung hinzu“, erklärte Murray Aitken, Senior Vice President von IMS Health die Korrektur. Es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen der Nachfrage nach Medikamenten und zentralen makroökonomischen Variablen wie Bruttoinlandsprodukt, Konsumaufwendungen und staatlichen Ausgaben. Die Pharmaindustrie ist von der Wirtschaftskrise allerdings nicht so stark betroffen wie andere Branchen. Eine Erholung erwartet IMS für das kommenden Jahr.

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