Pharmabranche
Takeda steht kurz vor historischer Übernahme

Der japanische Pharmakonzern Takeda steht kurz davor, sich den Schweizer Arzneimittelhersteller Nycomed einzuverleiben. Es wäre eine fast schon historische Übernahme.
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New York

Japans größter Pharmakonzern Takeda Pharmaceutical steht einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor der milliardenschweren Übernahme des Schweizer Arzneimittelherstellers Nycomed. Takeda bezahle eine Billion Yen (rund 8,9 Milliarden Euro) für die Schweizer, schrieb die Zeitung "Nikkei" am Mittwoch. Reuters hatte zuletzt von mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfahren, dass die Verhandlungen zwischen beiden Unternehmen in der Endphase seien und Takeda bereits an japanische Banken zur Finanzierung einer Übernahme herangetreten sei.

In dem Bericht hieß es, das Geschäft könne womöglich noch am Mittwoch offiziell angekündigt werden. Eine Ankündigung lag bis zum Abend in Tokio nicht vor. Weder von Takeda noch von Nycomed gab es eine Stellungnahme dazu. Die Aktien der Japaner schlossen in Tokio 0,4 Prozent schwächer.

Seit Tagen wird nun schon über einen Kauf durch Takeda spekuliert. Am Freitag hatten die Japaner erklärt, sie hätten keine Vereinbarung zum Kauf von Nycomed geschlossen. Der Kauf des Schweizer Unternehmens, in dem vor Jahren das Pharmageschäft von Altana aufgegangen ist, wäre die zweitgrößte Auslandsübernahme eines japanischen Unternehmens. Nycomed ist derzeit mehrheitlich im Besitz von vier Beteiligungsgesellschaften: Nordic Capital hält mit 41 Prozent den größten Anteil, zu den anderen Teilhabern gehört die Credit-Suisse-Tochter DLJ Merchant Banking mit 25,6 Prozent.

Nycomeds Top-Produkt ist das Mittel Pantoprazol gegen Sodbrennen. Vor allem aber Nycomeds Präsenz in Schwellenländern, wo das Unternehmen insgesamt knapp 40 Prozent seines Jahresumsatzes von 3,2 Milliarden Euro erzielt, dürfte das Interesse von Takeda geweckt haben. Denn der japanische Konzern hat im Vergleich zu zahlreichen internationalen Rivalen noch großen Nachholbedarf in vielen Wachstumsmärkten. 2008 hatte Takeda unter dem Druck von Patentabläufen bereits den US-Spezialisten für Krebsmittel, Millennium Pharmaceuticals, für rund neun Milliarden Dollar gekauft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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