Pharmabranche
US-Pharmakonzerne gehen geschwächt in Fusion

Mit schwachen Umsatzzahlen, aber vergleichsweise guten Ertragsdaten steuern die Pharmahersteller Merck & Co und Schering-Plough (SGP) auf ihre Fusion zu. Die beiden US-Konzerne meldeten gestern Umsatzrückgänge von jeweils rund fünf Prozent für das erste Halbjahr 2009. Weil gleichzeitig die Kosten sanken, beeinträchtigte das die operativen Erträge weniger stark als erwartet.

FRANKFURT. Merck & Co weist auf bereinigter Basis einen operativen Gewinnrückgang um rund elf Prozent aus, Schering-Plough sogar ein Plus von sieben Prozent. Bezieht man alle Sonderkosten und -erträge mit ein, ist der Nettogewinn von Merck & Co im Halbjahr um 41 Prozent auf rund drei Mrd. Dollar gesunken, während sich der Gewinn von SGP auf 1,4 Mrd. Dollar verdoppelte.

Die Entwicklung ist typisch für das aktuelle Geschehen in der Pharmabranche. Patentabläufe und spezielle Probleme mit Einzelprodukten sorgen für zum Teil spürbare Einbußen. Der US-Konzern Johnson & Johnson etwa verbuchte jüngst zweistellige Einbußen im Arzneimittelgeschäft. Auch Branchenführer Pfizer dürfte heute rückläufige Erlöse berichten. Gleichzeitig gelingt es den meisten Konzernen jedoch, die Wachstumsschwächen durch Kostensenkungsprogramme zu kompensieren. Von diesem Ziel werden auch die im ersten Quartal besiegelten Großfusionen in der Branche getrieben.

Merck & Co kündigte Anfang März die Übernahme von SGP für 41 Mrd. Dollar an. Der daraus entstehende Konzern wird zum zweitgrößten Anbieter von Medikamenten nach dem ebenfalls neu formierten Branchenführer aus der Kombination von Pfizer und Wyeth. Beide Fusionen sollen im vierten Quartal 2009 vollzogen werden.

Für das Duo Merck & Co/SGP entpuppen sich unterdessen vor allem die Cholesterinsenker Zetia und Vytorin, deren Wirksamkeit Studien in Zweifel gezogen haben, als Bremsklotz. Das in einem Joint Venture betriebene Geschäft, das bisher nicht in die regulären Umsatzzahlen einfließt, verbuchte im Halbjahr ein Umsatzminus von 17 Prozent.

Schwach entwickelten sich ferner das Impfstoffgeschäft von Merck & Co sowie die Tierarznei-Sparten beider Unternehmen. Wie bei allen US-Firmen wirkte sich die Dollaraufwertung negativ aus. Der addierte Umsatz der beiden Fusionspartner einschließlich Cholesteringeschäft lag daher im Halbjahr mit 22,3 Mrd. Dollar um gut sechs Prozent unter dem Vorjahresniveau. Währungsbereinigt dürfte sich noch ein Plus von etwa drei Prozent errechnen.

Merck rechnet für das Gesamtjahr weiter mit einem leicht rückläufigen Umsatz und einem sechsprozentigen Gewinnrückgang. Für das kombinierte Unternehmen gibt es bisher keine längerfristige Umsatzprognose. Allerdings stellten die beiden Partner eine Kostensenkung von 3,5 Mrd. Dollar bis 2011 in Aussicht - zusätzlich zu den 2,5 Mrd. Dollar, die man mit bereits laufenden Struktur-Maßnahmen einsparen will.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%