Pharmabranche
US-Pharmariese Eli Lilly steigert Gewinn

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat seinen Gewinn dank einer Neubewertung von Lagerbeständen stärker als erwartet gesteigert. Das Ergebnis belief sich im ersten Quartal auf 1,31 Mrd. Dollar nach 1,06 Mrd. Dollar vor Jahresfrist, wie das Unternehmen mitteilte.

tel FRANKFURT. Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat im ersten Quartal von höheren Medikamentenverkäufe und Preisen sowie der Übernahme der US-Biotechfirma Imclone profitiert. Der Umsatz stieg in dem Zeitraum um rund zehn Prozent auf fünf Mrd. Dollar. Ohne die Umsätze von Imclone, dessen Verkaufsschlager das Krebsmedikament Erbitux ist, wäre Lilly organisch um rund neun Prozent gewachsen.

Das sind deutlich bessere Wachstumszahlen, als sie die US-Konzerne Johnson & Johnsen und Abbott in der vergangenen Woche vorgelegt haben. Der Schweizer Roche-Konzern, der dank seines Krebsmittels Avastin meist zu den am schnellsten wachsenden Firmen der Branche zählt, hatte im ersten Quartal des Jahres einen währungsbereinigten Zuwachs von rund acht Prozent verbucht.

Allerdings wird das Umsatzwachstum von Eli Lilly – wie bei den anderen amerikanischen Konzernen – auch durch einen erstarkten Dollar beeinflusst. Der notierte im ersten Quartal 2009 rund zwölf Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals. Diesen Währungseffekt eingerechnet ist Eli Lilly lediglich um fünf Prozent gewachsen.

Das Unternehmen profitierte im ersten Quartal unter anderem von zweistelligen Zuwachsraten seines Antidepressivum Cymbalta und des Insulins Humalog. Das Topprodukt, das Schizophrenie-Medikament Zyprexa stagnierte dagegen bei 1,2 Mrd. Dollar Umsatz. Das liegt aber vor allem an Umsatzrückgängen im internationalen Geschäft, die maßgeblich währungsbedingt sind. In den USA, dem weltweit größten Pharmamarkt, der rund 48 Prozent des weltweiten Medikamentenabsatzes auf sich vereint, wuchs Zyprexa um sieben Prozent auf 535 Mio. Dollar.

Eli Lilly steht wie viele andere große Pharmafirmen vor dem Problem, dass in den nächsten Jahren bei einige großen Produkten der Patentschutz ausläuft. Dadurch verlieren die Verkaufsschlager binnen kürzester Zeit den größten Teil ihres Umsatzes an billige Nachahmermedikamente. Analysten von UBS rechnen damit, dass bei in den nächsten fünf Jahren bei Eli Lilly rund die Hälfte des Umsatz durch Patentausläufe gefährdet ist.

Diese „Patentklippe“ erklärt das Engagement der Firma bei Zukäufen: Um die Biotechfirma Imclone zu erwerben, ist Eli Lilly im vergangenen Jahr in ein Bietergefecht mit Bristol Myers Squibb (BMS) getreten. Lilly stockte die 5,5 Mrd. Dollar schwere Offerte von BMS im Oktober noch einmal um eine Mrd. Dollar auf und bekam schließlich den Zuschlag. Eli Lilly setzt bei Imclone vor allem auf eine vielversprechende Pipeline an Krebsmedikamenten, denn das Produkt Imclone wird auch weiterhin von Bristol Myers Squibb in den USA und Kanada vermarktet. Die Vertriebsrechte außerhalb Nordamerikas hat das Darmstädter Pharmaunternehmen Merck KGaA. In Japan teilen sich Merck, BMS und Eli Lilly den Vertrieb. Imclone erhält für die Vertriebsrechte Lizenzgelder, die nun Eli Lilly zugute kommen.

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