02.03.2007

Bayer-Schering: Pharmafusion trifft Mitarbeiter hart

Der Zusammenschluss von Bayer und Schering kostet mehr Arbeitsplätze als ursprünglich gedacht. Durch die Fusionierung des Pharmageschäfts sind tausende Mitarbeiter nach Meinung der Konzernleitung überflüssig. Besonders hart trifft es Deutschland und hier den Schering-Hauptsitz Berlin.

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Bayer hat seine eigene Pharmasparte mit Schering verschmolzen. Foto: dpaLupe

Bayer hat seine eigene Pharmasparte mit Schering verschmolzen. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Weltweit würden 6 100 Stellen abgebaut, davon allein 1 500 in Deutschland, teilte der Pharma- und Chemiekonzern Bayer am Freitag mit. 1 000 Stellen fallen in den USA weg, 750 Stellen in der Region Asien, Pazifik und Japan sowie 1 200 in Lateinamerika und Kanada. Ursprünglich wollten die Leverkusener 6 000 der weltweit etwa 60 000 Stellen in den Gesundheitssparten der beiden Unternehmen abbauen.

Bayer hatte Schering im vergangenen Jahr nach einem Bieterkampf mit dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck für 17 Mrd. Euro übernommen und damit einen neuen, starken Pharmakonzern erschaffen. Unter anderem durch Synergien in der Krebsmedizin sollen ab 2009 Einsparungen von 700 Mill. Euro realisiert werden. Erstmal kostet der Umbau aber 1 Mrd. Euro, die zwischen 2006 und 2008 verbucht wird.

"Wir haben bereits zu Beginn der Integration gesagt, dass zur Erreichung der Synergieziele ein Abbau von Stellen unumgänglich sein wird", erklärte Bayer-Chef Werner Wenning und versicherte: "Wir werden den notwendigen globalen Stellenabbau fair und ausgewogen durchführen." Unter den Top-500 Führungskräften des neuen Unternehmens seien die Mitarbeiter von Schering und Bayer gleichgewichtig vertreten.

Die Verwaltung muss unter dem Stellenabbau am meisten leiden, gibt es hier doch viele doppelt besetzte Positionen durch die Fusion. 2 850 Arbeitsplätze fallen weg. In der Produktion werden 1 850 Stellen gestreichen, in Forschung und Entwicklung 1 400.

Berlin - den Sitz der ehemaligen Schering AG - trifft es von den Standorten weltweit am härtesten. Hier verschwinden etwa 1 200 Arbeitsplätze. Zusätzlich zu den 250 Stellen, die mit der Eingliederung des ehemaligen Deutschland-Vertriebs von Schering in die Bayer-Organisation verloren gehen oder nach Leverkusen abwandern, sollten noch einmal 950 Arbeitsplätze in der Hauptstadt abgebaut werden, hatte Bayer schon am Mittwoch mitgeteilt. Zuletzt waren im ehemaligen Schering-Stammwerk im Berlin 5 500 Menschen beschäftigt. Am Bayer-Standort Wuppertal sollen 160 Mitarbeiter weniger beschäftigt werden, in Jena bei der Schering-Tochter Jenapharm 140 Mitarbeiter.

Betriebsbedingte Kündigungen soll es zumindest in Berlin bis Mitte 2008 nicht geben. Für 350 Beschäftigte aus den 950 Stellen in Berlin seien Regelungen wie Altersteilzeit oder Aufhebungsverträge gefunden worden, hatte Bayer erklärt. Der Konzern sei zuversichtlich, auch für die übrigen 600 Betroffenen eine "sozialverträgliche Lösung" zu finden. 250 sollen andere Positionen im Bayer-Konzern angeboten werden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Aus Berlin kommt Gegenwind.

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