Pharmagigant
Polizei wirft GlaxoSmithKline massive Bestechung in China vor

Fast 400 Millionen Euro soll das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline in den letzten sechs Jahren ausgegeben haben, um chinesische Ärzte und Behördenvertreter zu schmieren. Nun ist das Geschäft ist aufgeflogen.
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PekingDie internationalen Pharmakonzerne müssen sich in China auf eine härtere Gangart der Behörden einstellen. Das signalisiert das Bestechungsverfahren gegen den britischen Branchenriesen GlaxoSmithKline (GSK), das immer weitere Kreise zieht. Die Ermittler erhöhten am Montag den Druck auf das Unternehmen durch die Veröffentlichung brisanter Details. Demnach soll GSK mit Hilfe von Reisebüros und Beratungsfirmen in gewaltigem Umfang Ärzte und Behördenvertreter geschmiert haben, um seine Umsätze anzukurbeln und Medikamentenpreise hochzutreiben. Vier chinesische Spitzenmanager des Konzerns seien verhaftet worden.

Gao Feng, der im Sicherheitsministerium für die Ermittlungen bei Wirtschaftsdelikten verantwortlich ist, sprach von einer kriminellen Partnerschaft zwischen GSK und den Reisebüros. Das Unternehmen habe an diese seit 2007 umgerechnet 375 Millionen Euro überwiesen. "Wir haben hinreichende Gründe für die Annahme, dass diese Transfers illegal waren", sagte Gao. Unklar blieb zunächst, wie viel der Summe an Mediziner und Beamte weiterfloss und wie dies konkret funktionierte.

Gao sagte lediglich, es habe auch Beispiele von "sexueller Bestechung" gegeben, ohne dies näher zu erläutern. Der staatlichen Zeitung "Renmin Ribao" zufolge wurden an Reisebüros überwiesene Gelder, mit denen später Bestechungen erfolgten, falsch als Zahlungen für "Konferenzdienstleistungen" verbucht.

GSK zeigte sich über die Anschuldigungen "tief besorgt" und bekräftigte, mit den chinesischen Behörden voll zu kooperieren. Die betroffenen Reisebüros sollen ab sofort nicht mehr genutzt und die Geschäftsbeziehungen zu Agenturen auf den Prüfstand gestellt werden. Rechtsexperten gehen davon aus, das die festgenommenen Manager angeklagt und schuldig gesprochen werden, da die Polizei bereits im Verlauf der Ermittlungen relativ ausführliche Informationen bekanntgegeben habe.

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