Pharmagroßhändler
Briten übernehmen Anzag

Der britische Pharmahändler Alliance Boots übernimmt die Mehrheit am Frankfurter Rivalen Anzag. Im Gegenzug trennen sich Phoenix, Celesio und Sanacorp von ihren Anteilen.
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HB FRANKFURT. Alliance Boots bricht damit das seit Jahren zementierte Machtgefüge im deutschen Arzneimittelgroßhandel auf. Die Briten hätten mit den Anzag-Miteigentümern und Großhandelswettbewerbern Phoenix, Celesio und Sanacorp Verträge über den Erwerb ihrer Aktienpakete von insgesamt gut 50 Prozent geschlossen, teilte Alliance Boots am Montag mit. Rund 143 Mio. Euro müssen die Briten dafür auf den Tisch legen.

"Diese Akquisition ist von zentraler Bedeutung für unsere Wachstumsstrategie und ein weiterer Schritt auf unserem Expansionskurs in Europa und darüber hinaus", erklärte Alliance-Boots-Chef Stefano Pessina. Deutschland ist der größte europäische Pharmamarkt und die Anzag gehört mit einem Jahresumsatz von 4,2 Mrd. Euro zu den drei führenden Unternehmen. Grünes Licht der Kartellbehörden vorausgesetzt bekommen die Anzag-Großaktionäre 26 Euro je Aktie. Dadurch steigt der Anteil der Briten an der Andreae (Anzag) von knapp 30 auf 81,64 Prozent. Die italienische Großbank Unicredit beriet Alliance Boots bei der Transaktion.

Den restlichen Aktionären will das Unternehmen, hinter dem auch der Finanzinvestor KKR steht, voraussichtlich innerhalb der nächsten Woche zwischen 26 und 26,50 Euro je Anzag-Aktie bieten. An der Börse waren die Anteilsscheine am Montag im Parketthandel rund 30 Euro wert.

Der Wettbewerber Phoenix aus Mannheim war zuletzt mit etwa 12,5 Prozent, Celesio aus Stuttgart einschließlich Beteiligungsgesellschaften mit 14,15 und die Sanacorp aus Planegg bei München mit knapp 25 Prozent an Anzag beteiligt.

Celesio fließen durch den Verkauf rund 39 Mio. Euro zu.

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