Pharmagruppe
Merz braucht neuen Firmenlenker

Seit 2008 lenkte er die Geschicke von Merz, jetzt will er sich neuen Aufgaben widmen. Martin Zügel, Sprecher der Geschäftsführung, hat seinen Rückzug angekündigt. Die Nachfolgersuche ist bereits in vollem Gange.
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FrankfurtDie Frankfurter Pharmagruppe Merz muss sich auf die Suche nach einem neuen Firmenchef machen. Der bisherige Sprecher der Geschäftsführung des Familienunternehmens, Martin Zügel (49), werde das Unternehmen innerhalb des laufenden Jahres verlassen, um sich neuen Aufgaben zu widmen, teilte Merz am Donnerstag in Frankfurt mit. Sein Ausscheiden erfolge in gegenseitigem Einvernehmen mit dem Gesellschafter- und Aufsichtsrat des Unternehmens. Zügel kam 2005 zu Merz, seit Mitte 2008 leitete er das unter anderem durch seine „Merz Spezial Dragees“ und „Tetesept“-Bäder bekannte Unternehmen. Noch in diesem Jahr soll ein Nachfolger für Zügel gefunden werden. Die Personalberatung Egon Zehnder ist bereits auf der Suche. Das Unternehmen bestätigte damit einen Bericht der „Financial Times Deutschland“.

Zügel trieb in seiner Amtszeit die Internationalisierung massiv voran und baute in den vergangenen Jahren unter anderem das Geschäft in der ästhetischen Medizin deutlich aus. Dazu gehört auch die Übernahme des amerikanischen Schönheitsmedizin-Spezialisten BioForm im Jahr 2010. Ziel war es, das 1908 gegründete Traditionsunternehmen im Pharmageschäft breiter aufzustellen. Denn aktuell ist Merz noch stark abhängig von seinem Kassenschlager Memantine gegen Alzheimer. Das Präparat wird aber voraussichtlich 2015 in den USA den Patentschutz verlieren, in Europa schon früher. Merz hofft, die drohenden Umsatzausfälle mit neuen Präparaten in der ästhetischen Medizin und in der Spezialneurologie zu verkraften. Daneben ist Merz auch auf den Gebieten medizinischen Dermatologie und verschreibungsfreie Gesundheitsprodukte aktiv.

Aktuell laufen die Geschäfte rund. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2011/12 steigerte Merz seinen Umsatz um 16 Prozent auf 435 Millionen Euro. Der operative Gewinn (Ebit) schnellte sogar um 52 Prozent auf 129 Millionen Euro in die Höhe. Alle Arzneimittelbereiche erzielten einer Sprecherin zufolge zweistellige Umsatzzuwächse. In der Ästhetik-Sparte lag das Umsatzplus sogar bei mehr als 40 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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