Pharmahändler
Celesio erwartet weniger Gewinn

Europas größter Pharmahändler Celesio musste rund 116 Millionen seiner Vermögenswerte abschreiben. Das Unternehmen erwartet nun ein operatives Ergebnis von 600 Millionen Euro.
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FrankfurtWertberichtigungen schmälern den Gewinn von Europas größtem Pharmahändler Celesio. Nach einer außerplanmäßigen Überprüfung mussten die Vermögenswerte bei drei Geschäftseinheiten um insgesamt 116,3 Millionen Euro nach unten korrigieren werden, wie das Stuttgarter Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Das werde den Konzerngewinn 2011 drücken, kündigte Celesio an.

Der Konzern stellte zudem für das Gesamtjahr nun ein operatives Ergebnis (Ebitda) von rund 600 Millionen Euro in Aussicht. Dies entspreche den aktuellen Erwartungen des Kapitalmarktes, erklärte das Unternehmen.

Auslöser für die Überprüfung der Vermögenswerte war Celesio zufolge, dass der Börsenwert des Unternehmens Ende Juni unter dem Buchwert des Eigenkapitals lag. Seit Jahresbeginn war der Kurs der im MDax notierten Aktie um rund ein Viertel eingebrochen. Celesio begründete die Wertkorrektur mit dem schwachen Marktumfeld in Europa und staatlichen Sparmaßnahmen im Gesundheitssektor.

Bei der Tochter Pharmexx schrieb Celesio 72 Millionen Euro ab, für den Großhandel in Dänemark 21 Millionen Euro und für den Großhandel in Portugal 23,3 Millionen Euro. An der Börse fielen die Aktien am Morgen um 0,4 Prozent zurück. „Die Zahlen waren generell einfach schlecht“, kommentierte ein Händler.
An seiner langfristigen Ausschüttungspolitik will Celesio aber festhalten. In den vergangenen Jahren seien stets rund 30 Prozent des bereinigten Konzerngewinns als Dividende ausgeschüttet worden, erklärte der Konzern. Das vom Duisburger Mischkonzern Haniel kontrollierte Unternehmen hatte bereits zwei magere Jahre angekündigt.

Im Juni hatte der Konzern eine Gewinnwarnung ausgegeben, da die Erwartungen der Analysten für das Gesamtjahr deutlich über denen von Celesio lagen. Zu dem Zeitpunkt hatte Celesio mitgeteilt, das Unternehmen sehe den unteren Korridor für den operativen Gewinn jetzt bei 600 Millionen Euro. 2010 war das operative Ergebnis noch um elf Prozent auf knapp 700 Millionen gestiegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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