Pharmahersteller
Roche-Umsatz liegt über Erwartungen

Wegen starker Nachfrage nach seinen Produkten und Labordienstleistungen konnte der Schweizer Medikamentenhersteller den Quartalserlös um 15 Prozent steigern. Auch die entschärfte Währungsdifferenz machte sich bemerkbar.
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ZürichDie anhaltende Nachfrage nach seinen Krebsmedikamenten und die Entspannung auf der Währungsseite haben dem Schweizer Roche-Konzern im dritten Quartal zu einem Umsatzsprung verholfen. Auch das klinische Laborgeschäft entwickelte sich gut, wie der Pharma- und Diagnostikunternehmens am Dienstag mitteilte. Mit Verkaufserlösen von plus 15 Prozent auf 11,27 Milliarden Franken (9,3 Milliarden Euro) übertraf Roche die Analystenerwartungen. Experten hatten im Schnitt mit 11,12 Milliarden Franken gerechnet.

Der Basler Arzneimittelhersteller sieht sich nach den Worten von Konzernchef Severin Schwan auf Kurs zu seinen Ertragszielen: "Dank des starken Wachstums im dritten Quartal sind wir auf bestem Weg, unsere für 2012 gesteckten Ziele zu erreichen." Roche strebt 2012 unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen einen Umsatzanstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich an. Der Kerngewinn je Genussschein und Inhaberaktie, der Sonderkosten ausklammert, soll um einen hohen einstelligen Prozentbetrag steigen.

Neben der ungebrochenen Nachfrage nach Umsatzrennern, wie den Krebsmedikamenten wie MabThera und Herceptin, liefen die Verkäufe der jüngst auf den Markt gebrachten Krebsmittel Zelboraf, Erivedge und Perjeta gut an. Diese und weitere Hoffnungsträger sollen das künftige Wachstum sicherstellen.

Geholfen hat Roche zudem die Abwertung der Konzernwährung Franken: Unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen betrug das Umsatzwachstum lediglich vier Prozent. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte im September 2011 zum Schutz der Schweizer Wirtschaft zum Euro eine Kursuntergrenze von 1,20 Franken festgelegt. Gewinnzahlen veröffentlicht Roche nur zum Halbjahr und am Jahresende.

Bedeckt hält sich Roche im Hinblick auf den US-Gentechnikspezialisten Illumina: "Wir nehmen zu Marktgerüchten prinzipiell nicht Stellung", sagte Roche-Konzernchef Severin Schwan am Dienstag auf die Frage nach einem möglichen neuen Interesse an Illumina. Im Markt waren jüngst Spekulationen aufgekommen, Roche könnte einen neuen Anlauf zur Übernahme des kalifornischen Unternehmens starten.

Roche hatte im Frühjahr ohne Erfolg versucht, Illumina zu übernehmen. Das Illumina-Management hatte sich gegen das als zu niedrig erachtete Angebot von 51 Dollar je Aktie oder insgesamt 6,8 Milliarden Dollar gesträubt und die Schweizer hatten nach monatelangem Ringen im April das Handtuch geworfen. Mit dem Kauf von Illumina wollte Roche sein Diagnostikgeschäft ausbauen. Die Diagnostik ist bedeutsam für Medikamente, die speziell auf bestimmte Patientengruppen zugeschnitten sind und auf die der Basler Arzneimittelhersteller stark setzt. Die Illumina-Aktie notierte zuletzt bei 48 Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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