Pharmahersteller zielt auf globale Expansion
Stada plant Offerte für Merck-Generika-Sparte

Der deutsche Pharmahersteller Stada AG will offenbar in den Bieterwettbewerb um die Generikasparte der Darmstädter Merck-Gruppe einsteigen. Nach Informationen aus Branchen- und Finanzkreisen bereitet der Bad Vilbeler Konzern eine entsprechende Offerte vor und hat sich dazu die Unterstützung einer amerikanischen Investmentbank gesichert. Ein Stada-Sprecher wollte diese Informationen nicht kommentieren.

FRANKFURT. Für den Verkauf der Merck-Tochter mit zuletzt rund 1,8 Mrd. Euro Umsatz zeichnet sich damit ein harter Konkurrenzkampf ab, an dem sich mindestens vier strategische Interessenten sowie eine Reihe von Finanzinvestoren beteiligen. Erste vorläufige Gebote erwartet Merck nach Informationen aus Finanzkreisen am kommenden Montag.

Neben Stada sind nach diesen Informationen der Generika-Marktführer Teva, die isländische Actavis-Gruppe, die indische Ranbaxy und die ebenfalls in Indien beheimatete Firma Torrent (in Kombination mit einem Finanzinvestor) im Rennen. Nach Informationen der Agentur Reuters prüft darüber hinaus auch der US-Konzern Mylan ein Angebot für die 1,8 Mrd. Euro Umsatz große Generikasparte vonMerck. Ferner werden eine ganze Reihe großer Private Equity Gesellschaften - darunter KKR, Apax, Bain, Carlyle und Texas Pacific - als Interessenten gehandelt. Fachleute gehen indes davon aus, dass strategische Käufer tendenziell im Vorteil sind, da sie eher Synergien aus einer Übernahme des Merck-Geschäfts herausholen können.

Nach Einschätzung von Analysten wachsen damit für Merck die Chancen, einen Preis von mehr als vier Mrd. Euro für das Geschäft zu erzielen. „Größenvorteile spielen im Generikageschäft eine immer wichtigere Rolle. Der Drang zur Konsolidierung ist daher sehr stark“, so Peter Düllmann von Oppenheim Research. Die Aktie von Merck legte gestern um mehr als ein Prozent zu. Für Stada wäre eine Übernahme der Merck-Sparte ein enormer Kraftakt.

Das Bad Vilbeler Unternehmen konnte 2005 zwar den Umsatz um ein Fünftel auf 1,25 Mrd. Euro und den Betriebsgewinn um mehr als 40 Prozent auf 180 Mill. Euro steigern, es ist nach einer Reihe von Zukäufen in Osteuropa aber bereits mit rund 850 Mill. Euro verschuldet. Ein Kauf von Merck Generics würde folglich eine massive Aufnahme neuer Eigen- und Fremdmitteln erfordern.

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