Pharmaindustrie
Eisai expandiert in Europa

Der japanische Pharmakonzern Eisai drängt nach Europa. „Die Region bildet für uns einen strategischen Brückenpfeiler“, sagt Europa-Chef Yuji Matsue. Vom aktuellen niedrigen Niveau aus will das viertgrößte japanische Pharmaunternehmen die Erlöse in den kommenden Jahren von derzeit knapp 340 Mill. Euro auf mehr als eine Mrd. Euro steigern.

FRANKFURT. Das entspricht einem Wachstum von jährlich gut einem Fünftel. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz von Eisai soll sich damit von sieben auf 14 Prozent verdoppeln. Beim Wachstum setzt der Konzern allerdings – anders als die heimische Konkurrenz – vor allem auf organisches Wachstum mit Hilfe umsatzstarker Medikamente wie dem Alzheimer-Mittel Aricept und dem Magenmedikament Pariet. Dem Konsolidierungsdruck im Heimatland will sich Eisai nicht beugen. Allenfalls kleinere Produktakquisitionen seien geplant, sagte Europa-Chef Matsue.

Weltweit will der Konzern seinen Umsatz in den kommenden fünf Jahren von zuletzt 601 Mrd. Yen (umgerechnet rund 4,5 Mrd. Euro) um mehr als die Hälfte auf rund eine Billion Yen (7,4 Mrd. Euro) steigern und dabei den Nettogewinn auf etwa 900 Mill. Euro verdoppeln. Eisai könnte damit unter die weltweiten Top 20 der Pharmabranche vorrücken – das Unternehmen sieht sich derzeit auf Rang 24. Neben den etablierten Produkten sollen vor allem Neuentwicklungen aus der eigenen Forschung gewährleisten, dass der „dramatic leap“ genannte Plan gelingt. Große Hoffnungen setzt Eisai unter anderem in einige neue Wirkstoffe gegen Krebs und Parkinson.

Anders als die meisten heimischen Konkurrenten ist Eisai schon heute relativ stark global tätig, mit einem Umsatzanteil außerhalb Japans von mehr als 50 Prozent. Der Löwenanteil des Auslandsgeschäfts entfällt auf die USA, wo der Konzern vor allem mit seinem Alzheimer-Medikament Aricept erfolgreich ist. Den Wirkstoff, der knapp ein Drittel zum Gesamtumsatz beiträgt, vermarktet Eisai in den USA und den meisten europäischen Ländern gemeinsam mit Weltmarktführer Pfizer. Hauptkonkurrent für das Mittel ist die Frankfurter Merz-Gruppe mit ihrem Wirkstoff Axura (Memantine).

Analysten beurteilen das japanische Pharmaunternehmen als soliden Wachstumswert, äußern zum Teil jedoch eine gewisse Skepsis mit Blick auf den neuesten Fünf-Jahres-Plan. „Angesichts der Tatsache, dass das US-Patent für Aricept 2010 ausläuft, glauben wir, dass die Prognose des Eisai-Managements optimistisch ist“, heißt es etwa in einer Studie von Lehman Brothers. Morgan Stanley verweist auf einen wachsenden Wettbewerb bei Alzheimer- und Magenmedikamenten als mögliche Risikofaktoren.

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